Bergstraße

SPD Fachgespräch der Kreistagsfraktion in Heppenheim

Berufliche Bildung im Blick

Archivartikel

Bergstraße.„2014 waren knapp ein Viertel der hessischen 25- bis 35-Jährigen ohne Berufsausbildung. Die hohe Selektivität des Schulsystems setzt sich beim Zugang zu einer Berufsausbildung fort. Hier spielen soziale Herkunft, Geschlecht und Migrationshintergrund eine Rolle.“ Dieses Fazit zog Landtagsabgeordnete Karin Hartmann im Rahmen eines Fachgesprächs der SPD-Kreistagsfraktion zur Ausbildungssituation in Hessen im Heppenheimer Restaurant Gossini.

Der Vorsitzende der Bergsträßer SPD, Marius Schmidt, ergänzte, dass „in Hessen auf einen Jugendlichen nicht einmal ein offener Ausbildungsplatz wartet. Allerdings klagen Handwerk und auch Industrie über unbesetzte Ausbildungsplätze.“ Wichtig sei, dass alle Schüler einen Schulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung erreichen. Denn Berechnungen der Wissenschaftler Jutta Allmendiger und Klaus Klemm zufolge erspart dem Staat ein Jugendlicher mit abgeschlossener Lehre 22 000 Euro pro Jahr im Vergleich zu einem ohne Abschluss.“ Diese Ansicht teilten auch die beiden Gäste des Fachgespräches, die Pädagogin Ayla Karaoglu und der Lautertaler Jugendpfleger Peter Schuster. Sie forderten eine bessere Verzahnung schulischer und kommunaler Angebote sowie eine umfassendere Berufsorientierung an Schulen.

Hartmann und Schmidt stellten das Konzept der hessischen SPD vor. „Das Fach Arbeitslehre soll schulformübergreifend eingeführt werden. Wir wollen mehr Praktika und Berufsorientierung in der Schule umsetzen und darauf hinwirken, das Ansehen der gewerblichen Ausbildung zu verbessern. Ausbildung ist ein Mittel gegen den grassierenden Fachkräftemangel.“ Eine Rolle spiele dabei auch die Schulsozialarbeit. Sie könne Aufgaben der Berufsorientierung und der Beratung zur Entlastung der Lehrkräfte übernehmen, wie Karaoglu bestätigte.

Die SPD im Kreis Bergstraße hat sich in der Großen Koalition für eine neue Konzeption der Schulsozialarbeit eingesetzt. Die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen und – nach dem Willen der SPD – „bessere Sozialarbeit an mehr Schulen und Schulformen ermöglichen.“ red

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