Bergstraße

Katholische Kirche DGB und GEW zu Schließungsplänen

„Bildung ist nur noch ein Kostenfaktor“

Bergstraße.In einer gemeinsamen Pressemitteilung sprechen die Bergsträßer Kreisverbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den von den Schließungen betroffenen Beschäftigten im Haus am Maiberg sowie der Liebfrauenschule ihre volle Solidarität und Unterstützung aus. „Es kann nicht sein, dass die Kirche, gleich einem rein marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen den Rotstift ansetzt und Kürzungen vollzieht, die als erstes – mal wieder – den Bildungsbereich treffen“, so die kritische Einschätzung von Holger Giebel, Elke Fischer und Friedemann Sonntag von der GEW.

„Nicht nachvollziehbar“

Gerade in einer Zeit, in der immer wieder die Bildung als einziges Bollwerk zur Stärkung der Demokratie und gegen das Anwachsen von extremistischen Tendenzen ins Feld geführt werde, sei dies nicht nachvollziehbar. Bildung erscheine erneut lediglich als Kostenfaktor, da die Welt offenkundig auch von der Kirche inzwischen aus einer rein betriebswirtschaftlichen Perspektive betrachtet werde.

„Von Vertretern einer der größten und einflussreichsten Religionsgemeinschaft in unserem Land erwarten wir jedoch einen differenzierteren und verantwortungsvolleren Blick auf unser Zusammenleben. So aber verspielt die Kirche die Rechtfertigung für ihre Sonderstellung in unserer Gesellschaft“, heißt es in der Erklärung weiter.

Außerdem kritisieren die Gewerkschafter den Stil der Entscheidungsträger, da grundlegende Veränderungen beschlossen und festgelegt worden seien, ohne dass die Betroffenen in diesen Prozess mit einbezogen worden wären. Vielmehr seien die Menschen vor Ort sogar die Letzten gewesen, die über die Pläne in Kenntnis gesetzt worden seien und somit vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Wer so mit seinen Mitarbeitern, mit den ihm anvertrauten Schülern sowie deren Erziehungsberechtigten umgeht, muss sich dann auch nicht wundern, dass es Protestschreiben hagelt und er sich nun mit reihenweisen Austritten konfrontiert sieht“, monieren DGB und GEW.

Die besondere Bedeutung des Hauses am Maiberg betont Sven Wingerter vom DGB Bergstraße: „Ein Ort für soziale und politische Bildung mit einem hessenweit einzigartigen Konzept darf nicht verlorengehen“, so der Bergsträßer DGB-Vorsitzende. Der Appell der Gewerkschafter geht in Richtung des Bistums in Mainz mit der klaren Forderung, diese Entscheidungen zu überdenken. Gleichzeitig werden alle kommunalen Verantwortlichen aufgefordert, sich jetzt intensiv Gedanken über einen Erhalt der für die Region und die Bildungsarbeit unerlässlichen Institution zu machen.

Unterstützung für Petition

„Das Haus am Maiberg hat große Bedeutung für die Bildungsarbeit in der Region“, betont der südhessische DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt). „Unsere Solidarität gilt der wichtigen und unverzichtbaren Bildungseinrichtung und all ihren Beschäftigten. Das Haus am Maiberg und die Arbeitsplätze müssen erhalten werden.“

Die Petition mit dem Titel „Das Haus am Maiberg muss erhalten bleiben“ werde von den Gewerkschaften unterstützt. Dies sei in einer Sitzung des DGB einstimmig beschlossen worden. Auch die GEW-Vertreter kündigen an, ihre Mitglieder zur Teilnahme auffordern zu wollen. red

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