Bergstraße

Corona Inhaber von Taxiunternehmen sprechen über ihre Situation / Auch die Zahl der Krankentransporte nimmt ab

Bis zu 80 Prozent weniger Fahrgäste

Archivartikel

Bergstraße.Deutlich weniger Fahrgäste sind derzeit aufgrund des Coronavirus an der Bergstraße mit dem Taxi unterwegs. Vor allem Geschäftsleute und Schüler, aber auch Urlaubsgäste, die ihre Reisen in die Region abgesagt oder verschoben haben, fallen momentan als Fahrgäste weg. Daneben sinkt auch die Zahl der Krankentransporte. Im Gespräch mit dieser Zeitung schildern die Inhaber von Personentransportunternehmen ihre aktuelle Situation.

„Momentan fahren vor allem noch ältere Menschen mit uns, die zum Beispiel zum Arzt müssen, zum Bahnhof möchten, zum Friseur oder auch ins Café“, berichtet Jürgen Bernschneider, Inhaber des gleichnamigen Taxiunternehmens in Bensheim-Auerbach. Doch auch in diesem Bereich habe die Anzahl der Fahrgäste abgenommen: „Momentan bleiben viele Menschen lieber zu Hause.“

Auch nachts ist weniger los

Am Wochenende sei nachts ebenfalls deutlich weniger Betrieb, da zurzeit auch weniger Menschen feiern gingen als sonst. „Normalerweise fahren wir dann rund um die Uhr. Jetzt haben wir teilweise schon um 2 Uhr Schluss gemacht“, so der Taxiunternehmer weiter.

Innerhalb von nur zehn Tagen sei die Zahl der Fahrgäste um die Hälfte zurückgegangen. „Allerdings hat es bei uns noch recht spät angefangen. Die Restaurants sind deutlich früher leer geblieben, ähnlich war es bei den Hotels“, meint Bernschneider. Zwei Fahrer seien momentan krankheitsbedingt nicht im Auto unterwegs. „Wir fahren zwar mit geringerer Besetzung, aber es sind noch genügend Autos im Einsatz“, so Bernschneider.

So sei die momentane Lage trotz allem zu bewältigen. „Ein paar Wochen werden wir sicher noch so durchhalten können. Darum gilt bei uns die Devise: Abwarten und keine Panik. Es gibt schon mehr als genug Tumult. Und wir müssen einfach schauen, wie es weitergeht“, bleibt Bernschneider optimistisch.

Auch in den Taxen des Heppenheimer Unternehmens Taxi Royal lassen sich derzeit deutlich weniger Menschen chauffieren. „Gerade dadurch, dass uns die Schulgäste im Tagesgeschäft fehlen, haben wir deutlich weniger Fahrgäste als üblich“, so Inhaber Asdullah Khan. Allein die Schulkinder machen 50 Prozent des Geschäfts aus.

Sauberkeit ist das A und O

„Im Großen und Ganzen gibt es momentan beinahe 80 Prozent weniger Kundschaft als üblich.“ Gerade in ländlichen Regionen sei das Problem spürbar. Um die Fahrgäste zu schützen, reinigen die Mitarbeiter die Fahrzeuge einmal die Woche gründlich. „Allerdings nutzen wir täglich Desinfektionsmittel auf den Flächen, die mit den Händen in Berührung kommen“, versichert der Inhaber des Heppenheimer Taxiunternehmens.

Frank Humbert hat sich in Lorsch auf Krankentransporte spezialisiert. „Auch bei uns gehen die Fahrgastzahlen langsam zurück. Das merkt man“, sagt er. Um die Kunden vor einer Infektion zu schützen, greift auch Humbert verstärkt zu Desinfektionsmitteln: „Nach jedem Fahrgast machen wir sauber.“ Glücklicherweise habe er davon auch noch ausreichend auf Vorrat.

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