Bergstraße

Merck 135 Arbeitsplätze von Verlagerung betroffen

Buchhaltung nach Polen

Darmstadt.Der Pharma- und Chemiekonzern Merck verlagert über 100 Arbeitsplätze aus seinen Bereichen Buchhaltung und Rechnungswesen vom Stammsitz in Darmstadt nach Breslau in Polen und in die philippinische Hauptstadt Manila. Insgesamt sind 135 Stellen betroffen. Rund 25 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze verlagert werden, können auf andere Stellen in Darmstadt mit neuen Aufgaben wechseln. Nach Angaben eines Merck-Sprechers sei es nicht möglich gewesen, mit dem Betriebsrat eine Einigung zu erzielen. Es sei daher eine Einigungsstelle angerufen worden, die am 14. September eine Entscheidung treffen soll. Das Einsetzen einer Einigungsstelle sei das gesetzlich vorgesehene Schlichtungsverfahren. Es sei zwar für Merck ein Novum, so der Sprecher, generell jedoch ein absolut üblicher Vorgang, um zu einer Einigung zu kommen. Vonseiten Mercks wird eine sozialverträgliche Einigung angestrebt, sagte er.

Das bezweifeln Jürgen Glaser, Bezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE, und die zuständige Betriebsratsvorsitzende Carola Knell. Merck wolle erstmals in der Geschichte betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. 117 Stellen seien betroffen. Mitarbeitern, denen so gekündigt werde, wolle das Unternehmen nur minimale Abfindungen zahlen, so der Vorwurf. Der Betriebsrat habe vorgeschlagen, betroffene Mitarbeiter auf andere Stellen zu vermitteln und Ruhestandsregelungen zu finden. Stattdessen würde Merck „das jetzt mit der Brechstange durchsetzen und die Mitarbeiter mit einem Almosen abspeisen“. mir

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