Bergstraße

Bürgersprechstunde Landrat Christian Engelhardt und Paul Fremer vom Planungsbüro RV-K im Facebook-Livestream

Bürger stellen Fragen zum Radwegenetz

Archivartikel

Bergstraße.Dass eine Bürgersprechstunde auch digital funktionieren kann, konnte man in dieser Woche auf Facebook verfolgen. Landrat Christian Engelhardt und Paul Fremer vom Planungsbüro Radverkehr-Konzept (RV-K) haben sich im Livestream den Fragen der Bergsträßer zum neuen Radverkehrskonzept für das Zielnetz 2030 gestellt. Der Live-Stream mit teilweise rund 100 Zuschauern ist neben den Terminen vor Ort – beispielsweise am 3. September in Viernheim und am 11. September in Fürth – eine weitere Möglichkeit, um sich über das Konzept zu informieren.

Mit dem neuen Konzept soll die Region Bergstraße eine „pole position“ als Fahrrad-Region einnehmen, so der Landrat, da durch die besseren Vernetzungen und die Sanierung vorhandener Wege auch mehr Menschen dazu angeregt werden sollen, mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule oder auch zum Einkaufen zu fahren. Das Team des Planungsbüros hat unter anderem eine Strecke von rund 2000 Metern im Kreis abgefahren – vom Ried bis in den Odenwald – als Basis für die insgesamt 500 Verbesserungsvorschläge. Gerade im Odenwald sei das Ziel, das Radwegenetz auszuweiten, da in Zeiten von Pedelecs inzwischen deutlich mehr Menschen mit dem Rad im Odenwald unterwegs sind als noch vor einigen Jahren, so Fremer.

Unübersichtliche Beschilderung

Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten lief parallel zur Videokonferenz dann auch der Facebook-Livestream. In den Kommentaren stellten die Bergsträßer allem voran Fragen zu den Radwegen, die ihrer Meinung nach noch ausbaubedürftig sind. Oftmals stellte sich dabei heraus, dass es sich um Wege innerorts handelt, die im Konzept nicht integriert sind. „Der Kreis ist für den überörtlichen Verkehr zuständig“, erklärt Engelhardt, für die innerörtlichen Wege seien die Städte und Gemeinden zuständig. Mountainbike-Strecken umfasse das neue Konzept ebenfalls nicht, lautetet die Antwort auf Jörg Rettigs Frage, da es sich dabei um den Bereich Freizeit handle. Zwar seien die Radwege in Lorsch bereits sehr gut, meldet sich Facebook-Nutzerin Stepanie Walter zu Wort, allerdings sei die vorhandene Beschilderung gerade für Kinder schwer zu durchschauen: „Mal ist der Radweg auf dem Gehweg, mal ist er klassisch rot, mal ist es eine Fahrradstraße. Da kann man tatsächlich mal den Überblick verlieren. Was kann man denn hierfür tun, um die Orientierung für die Kinder leichter zu machen?“

Wege für Lastenräder geeignet

Das Problem sei den Planern bekannt. Dabei handele es sich um eine kleinteilige Arbeit, entgegnet Fremer, die in der Planung mit bedacht sei. Facebook-Nutzer Christian Grawe schreibt: „Ich fahre seit über zwei Jahren mit dem Rad zur Arbeit. Was mir aufgefallen ist, ist dass die Radwege, was die Instandhaltung angeht, eher stiefmütterlich behandelt werden. Das wäre mir persönlich das Wichtigste, neben der Erkennbarkeit der Radwege.“

Das Planungsbüro habe eine umfangreiche Bestandsaufnahme zu den Defiziten in der Oberflächenbeschaffenheit durchgeführt, die als Leitfaden für die Sanierungsmaßnahmen dienen könnten. Dabei, wie auch bei dem Thema Beleuchtung, seien immer die Einflüsse auf die Umwelt mitzubedenken. Asphaltierte Wege, so Engelhardt, seien daher beispielsweise nur auf Strecken sinnvoll, die auch von entsprechend vielen Radlern genutzt werden.

Ein Thema war auch die Anpassung der Radwege an die inzwischen weiter verbreiteten Lastenräder. Auf die Frage von Benjamin Hoefle zum Thema entgegnete Fremer, dass die Wege – so der aktuelle Kenntnisstand – auch für diese Räder ausreichend breit seien. ssr

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