Bergstraße

Landtagswahl Für seinen Youtube-Kanal produziert Linke-Kandidat Sascha Bahl Videos mit politischen Inhalten / Auch eine Drohne kommt dabei zum Einsatz

Clips mit Botschaft: Freizeit ist „Bahl-Zeit“

Bergstraße.Eine Drohne, verschiedene Stative und Reflektoren, natürlich eine Kamera und sogar einen Greenscreen und einen kleinen Teleprompter hat Sascha Bahl, Bergsträßer Kandidat der Linken für die hessische Landtagswahl am 28. Oktober, in seinem privaten Büro in Mörlenbach stehen. Bahl produziert in seiner Freizeit Videos, die er auf seinem Youtube-Kanal „Bahl-Zeit“ veröffentlicht. Meist mit politischer Aussage.

An diesem Tag Ende September ist ein Video zum Fest der Vielfalt in Mörlenbach zum Tag der Deutschen Einheit geplant. Das Skript hat Bahl bereits geschrieben. Luftaufnahmen und Schnittbilder prominenter Orte der Gemeinde sollen die Aufnahmen aus Selfie-Perspektive unterstützen. Eine Menge Arbeit, denn der kurze Film soll am Ende maximal fünf Minuten dauern. „Wenn die Videos länger sind, schaut sie sich keiner an“, meint Bahl.

Zumal er mit dem Filmen vor einem guten Jahr angefangen hat, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Früher habe er längere Texte geschrieben. Für Facebook, aber auch für seinen Blog. Doch: „Je länger der Artikel, desto weniger Menschen haben ihn gelesen.“ Also versuchte er es auf einem anderen Weg. Inzwischen hat er auf der Videoplattform über 150 Abonnenten.

Aus der Drohnenperspektive

Er habe leider viel zu wenig Zeit für sein Hobby, sagt der 42-Jährige. Er nutzt seine Freizeit in erster Linie dazu, Politik zu machen. „Da haben es die Berufspolitiker wirklich gut, die müssen für ihren Wahlkampf keinen Urlaub nehmen.“ Doch umso mehr freut er sich, wenn er es doch mal schafft, die Kamera aus dem Schrank zu holen.

Schwer bepackt mit dem Equipment, das bei diesem Dreh zum Einsatz kommen soll, geht es mit dem Auto auf einen Feldweg. „Die Drohne darf ich nicht überall fliegen lassen, deshalb informiere ich mich vorher über geeignete Plätze, die weit genug von Wohngebieten, Krankenhäusern und anderen Orten weg sind, mit denen es Probleme geben könnte.“

Sascha Bahl steuert seine Drohne per Fernbedienung über eine App auf dem Smartphone. Sie fliegt bis zu 100 Meter hoch. Dann ertönt ein Signal, denn mehr ist nicht erlaubt. „Aus dieser Höhe kann man Mörlenbach gut erkennen, auch wenn ich keine Häuser überfliege.“ Der Akku hält etwa 20 Minuten, doch schon nach der Hälfte der Zeit hat Bahl die Aufnahmen im Kasten. Dann geht es weiter Richtung Bürgerhaus.

Hier erzählt Sascha Bahl seinen Zuschauern auf Youtube, wie die Veranstaltung am 3. Oktober zustande kam und dass er mit vielen weiteren Organisationen und Vereinen an diesem Tag ein Zeichen gegen Hetze und Rechtspopulismus setzen will. Die vorbeilaufenden Menschen schauen interessiert, aber auch skeptisch, während Bahl, der erst seit vier Jahren Mitglied der Linken ist, in die Kamera spricht.

Als alle Szenen abgedreht sind, geht es zurück ins Büro. Das Material zu schneiden, nimmt meist mehrere Stunden Zeit in Anspruch. „Ich freue mich über das Endprodukt und natürlich das Feedback meiner Zuschauer“, sagt Sascha Bahl. Auf seinem Youtube-Kanal möchte er in Zukunft auch Videos zu volkswirtschaftlichen Themen hochladen. Für ihn ist sein Vlog (Video-Blog) „Bahl-Zeit“ die Möglichkeit, seine Interessen miteinander zu kombinieren. Videos produzieren – vom Skript bis zum Schnitt – zu Themen, die ihn beschäftigen, wie Politik oder Volkswirtschaft, ist für den Landtagskandidaten die perfekte Kombination.

Wie er auf den Namen „Bahl-Zeit“ gekommen ist, weiß er gar nicht mehr so genau. Das Wortspiel hat er in einem seiner ersten Videos mal benutzt. Daraufhin wurde er auf der Straße und bei Veranstaltungen immer wieder darauf angesprochen, bis sich der Name mit Wiedererkennungswert auf seinem Blog und seinen Profilen in den sozialen Medien etablierte.

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