Bergstraße

Corona-Pandemie

Corona-Infektionsquellen oft nicht ermittelbar

Wiesbaden.Hessens Gesundheitsämter können einen erheblichen Teil der neuen Corona-Infektionen nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen. Die Quote der nicht mehr nachvollziehbaren Ansteckungen lag in den vergangenen 14 Tagen je nach Kommune zwischen 29 und 76 Prozent, wie Stichproben der Deutschen Presse-Agentur bei Städten und Kreisen mit erhöhten Infektionszahlen zeigen. In Frankfurt beispielsweise konnte – abgesehen von größeren Ausbrüchen in Einrichtungen – in weniger als 50 Prozent der gemeldeten Fälle, eine Person oder Situation ermittelt werden, von der die Infektion ausging.
Wird eine Corona-Infektion festgestellt, versuchen die Ämter die Infektionskette nachzuvollziehen und zu unterbrechen. Doch angesichts steigender Infiziertenzahlen arbeiten die Behörden vielerorts am Limit. Der Verband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes kritisiert die bisherige Strategie: "Die Frage ist: Ist es sinnvoll, allen Verdachtsfällen nachzujagen oder wenden wir uns den kranken Leuten zu? Verbrennen wir weiter Laborkapazitäten oder schalten wir langsam in den Modus medizinischer Vernunft um und kümmern uns um die Infizierten/Kranken und Schutzbedürftigen?", sagte Jürgen Krahn, Vorstand des Verbands in Hessen.
Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) hatte bei einer Pressekonferenz am Montag das Ziel genannt, die Infiziertenzahlen nach unten zu drücken, um eine Nachverfolgbarkeit von Infektionen durch die Gesundheitsämter weiter zu gewährleisten.

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