Bergstraße

Pandemie Von dem nun publizierten Beschränkungs-Quotienten war die Bergstraße stets entfernt

Corona-Obergrenze im Kreis bei weitem nicht erreicht

Archivartikel

Bergstraße.Wie die weiteren Schritte in die Richtung einer Rückkehr zum Vor-Corona-Alltag an der Bergstraße aussehen würden, konnte Landrat Christian Engelhardt bei der jüngsten Video-Pressekonferenz der Kreisspitze noch nicht sagen. Später an diesem Tag gab es eine entscheidende Sitzung der hessischen Landesregierung, in der es unter anderem um die weitere Öffnung der Kindergärten und die Ausweitung des Schulunterrichts ging. Mittlerweile ist klar: Schüler der Sekundarstufe I und Viertklässler sollen ab dem 18. Mai wieder in die Schulen gehen können. Ab dem 2. Juni folgen demnach die übrigen Grundschulklassen. Ab diesem Datum sollen auch wieder möglichst viele Kinder in den Kindergärten betreut werden können – nach Absprache mit den Trägern der einzelnen Einrichtungen.

„Das muss alles noch im Detail ausgearbeitet werden. Einen richtigen Fahrplan bekommen wir heute noch nicht“, hatte der Landrat im Vorfeld dieser Entscheidungen betont. Über allem stehe der Infektionsschutz. Bei den Schulen müsse zudem damit umgegangen werden, dass die Klassengruppen kleiner sind als sonst, für den Unterricht aber weniger Lehrer zur Verfügung stehen, da diejenigen, die zur Risikogruppe gehören, derzeit nicht arbeiten müssen.

85 Prozent Genesene

Er begrüße, dass sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten darauf geeinigt haben, von einem gemeinsamen Vorgehen zu eigenen Regelungen in den jeweiligen Ländern zu wechseln, betonte der Chef der Kreisverwaltung.

Mit Blick auf das in der ganzen Bundesrepublik unterschiedlich verlaufende Infektionsgeschehen sei es richtig, kleinräumiger zu denken. „Ich hätte mir früher mehr Kompetenzen für die Landkreise gewünscht“, bekannte Christian Engelhardt.

Wie Schutzmaßnahmen im Alltag konkret aussehen, hänge oft nicht nur von staatlichen Stellen ab, sagte Engelhardt. Bei den wiederöffneten Friseursalons etwa seien Regeln der zuständigen Berufsgenossenschaft maßgeblich, bei den Gaststätten – die auch bald wieder öffnen dürfen – jene des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands.

Bundesweit gilt, dass in einem Landkreis neue Beschränkungen erlassen werden, sobald es dort innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gibt. „Einen solchen Wert hatten wir zu keinem Zeitpunkt“, betonte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. Die Kreisbehörden behielten das Infektionsgeschehen im Auge, auch vor einem Erreichen dieser Obergrenze werde das Vorgehen genau abgewogen.

Mittlerweile seien 85 Prozent der nachweislich Infizierten im Kreis Bergstraße wieder genesen, sagte Stolz. Aus konkreten Anlässen habe es großangelegte Test-Aktionen in zwei Pflegeheimen und einer Flüchtlingsunterkunft gegeben. In den Pflegeheimen sei je eine Infektion entdeckt worden – ohne Symptome. Die Flüchtlingsunterkunft in Heppenheim sei nach den durchweg negativen Tests wieder von der Quarantäne befreit worden, ergänzte Kreisbeigeordneter Karsten Krug.

Sie spreche sich dafür aus, dass das Land mehr solcher großflächiger Test-Aktionen ermöglicht, betonte Stolz. Das Gesundheitsamt des Kreises könne sie im Moment nur in bestimmten Situationen selbst veranlassen.

Wie Krug mitteilte, hat die zentrale Bußgeldstelle bereits 200 Anhörungen wegen Verstößen gegen die Abstandsregelungen auf den Weg gebracht. Auch die ersten Bußgeldbescheide seien versandt. Bei den Fällen gebe es insgesamt einen Rückgang, was er als Beleg dafür ansieht, dass die Arbeit der Ordnungsbehörden Früchte tragt.

Derweil hätten der Kreisausschuss sowie der Hauptausschuss des Kreistags entschieden, dass der Kreis die Tageseltern an der Bergstraße weiter bezahlt, sagte Engelhardt. Gebühren für diese Leistungen werden derzeit nicht erhoben, auch nicht für die Schulkinderbetreuung an vom Kreis getragenen Einrichtungen. Über die Zwischenfinanzierung der Schulkinderbetreuung müsse der Kreistag noch entscheiden. Ob Elternbeiträge endgültig erlassen werden, hänge davon ab, ob eine hessenweit einheitliche Regelung gefunden wird, bei der das Land den Kommunen und Kreisen die Kosten erstattet.

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