Bergstraße

Kommentar

Corona-Vorschriften: Baden gehen

Archivartikel

Die Schwimmbäder und deren Träger, Städte und Gemeinden, Stadtwerke oder andere kommunale Betriebe, stehen dieser Tage stark unter Druck. In Leserbriefspalten machen zahlreiche Schwimmbegeisterte ihrem Ärger Luft. Wann dürfen wir endlich wieder baden gehen, fragen sie. Zumal die rechtlichen Voraussetzungen vielerorts schon geschaffen sind. Und wenn das Bad im Nachbarort bereits offen hat, dann ist die heimische Schwimmbad-Verwaltung bestenfalls wieder mal unfähig, um nur die schmeichelhafteste Kritik zu nennen. Manche drohen gleich bei der nächsten Wahl den Bürgermeister nicht zu wählen, oder, wenn die Stadtwerke das Bad betreiben, den Strom- und Gasversorger zu wechseln. Das ist aus Sicht der Schwimmfreunde alles nachvollziehbar.

Doch die Rechnung kommt am Ende der Saison. Weil nur eine geringe Zahl Gäste ins Schwimmbad darf, mehr Bademeister für die Aufsicht gebraucht werden und die Hygienevorschriften umgesetzt und überwacht werden müssen, ist schon heute klar: Die Schwimmbäder hierzulande werden die Saison mit einem dicken Minus abschließen. Denn deutlich weniger Umsatz durch weniger Gäste bei gleichen oder höheren Kosten bedeuten nun mal rote Zahlen. Und dann ist das Geschrei wieder groß, wenn aus dem Stadtsäckel dieser Verlust ausgeglichen wird. Es ist zumindest betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, wenn nicht jedes Bad sofort wieder öffnet. Aber das interessiert eingefleischte Schwimmfans nicht. Sie wollen baden gehen.

 
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