Bergstraße

Migranten Stabsstelle im Landratsamt besteht seit einem Jahr

Das Beherrschen der Sprache ist die Grundlage für den Beruf

Bergstraße.Passgenaue Bildungsangebote für Neuzugewanderte in der Region. Dies ist das Ziel der Stabsstelle Bildungskoordination für Neuzugewanderte, die vor rund einem Jahr im Kreis Bergstraße eingerichtet wurde. Das entsprechende Programm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von der Transferagentur „Kommunales Bildungsmanagement“ unterstützt.

Der Auftrag der Stabsstelle besteht darin, Transparenz in Hinblick auf die Bildungsangebote und Bildungsanbieter herzustellen, Doppelstrukturen und Bedarfe zu identifizieren, Angebote auf die Bedarfe auszurichten, interne und externe Bildungsakteure zu vernetzen und das gemeinschaftliche Zusammenwirken zu fördern. Zudem soll ein ressortübergreifendes abgestimmtes Handeln hergestellt und Bildung als Querschnittsaufgabe etabliert werden.

Fördern und Fordern

„Ganz im Sinne eines ,Fördern und Fordern’ will der Kreis Bergstraße über die Stabsstelle die Bildungsangebote, die es für Geflüchtete und Zugewanderte in der Region gibt, koordinieren“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Dort wo Lücken bestehen, wollen wir sinnvolle Angebote schaffen. Dort, wo Doppelungen und Überschneidungen bestehen, wollen wir reduzieren.“ Das Ziel sei es dabei, die Potenziale Zugewanderter zu nutzen und sie im Sinne des Bergsträßer Arbeitsmarktes bei ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen.

Die beiden Bildungskoordinatorinnen des Kreises, Maria Lauxen-Ulbrich und Viktoriya Ordikhovska, ziehen nach dem ersten Jahr ihrer Tätigkeit erfolgreich Bilanz: Nachdem im vergangenen Jahr zunächst eine Bestandsaufnahme aller Bildungs- und Beratungsangebote erfolgt war, wurden die Ergebnisse in einem Workshop mit zahlreichen Akteuren diskutiert und dem Netzwerk die Gesamtübersicht „Bildungslandschaft für Zugewanderte im Kreis Bergstraße“ – eine Zusammenstellung von über 200 Bildungs- und mehr als 100 Beratungsangeboten – bereitgestellt, an der kontinuierlich weitergearbeitet wird.

Perspektiven schaffen

Einen besonderen Fokus setzt die Stabsstelle auf das Angebot von Sprach- und Integrationskursen, da die Grundvoraussetzung für Bildungsteilhabe der Erwerb der deutschen Sprache sei. Unter Federführung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge optimiert ein Arbeitskreis entsprechende Abstimmungsprozesse.

Darüber hinaus werden und wurden für junge Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, Intensivklassen an allgemeinbildenden oder Integrationsklassen an beruflichen Schulen eingerichtet. In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt für den Kreis Bergstraße und den Odenwaldkreis stellt die Stabsstelle Bildungskoordination zudem Informationen über Anschlussperspektiven für Intensivklassen-Absolventen bereit.

Potenziale nutzen

Für Mitbürger, die im Ausland berufliche Qualifikationen erworben haben, haben die Bildungskoordinatorinnen eine Handreichung für die Praxis sowie ein Infoblatt für Migranten erstellt. Doch auch ein Serviceangebot für Ehrenamtliche aus der Flüchtlingsarbeit, durch deren hohes Engagement zahlreiche Herausforderungen in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle gemeistert werden konnten, hat die Stabsstelle erarbeitet. So wurde den Ehrenamtlichen ein Überblick über die Zuständigkeiten innerhalb der Kreisverwaltung und Kontaktdaten zur Verfügung gestellt. red

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