Bergstraße

Nachwuchs Der Kreis Bergstraße setzt auf Unterstützung und Förderung von Säuglingen und Kleinkindern

Den frischgebackenen Eltern von Anfang an zur Seite stehen

Bergstraße.Früher war es die Oma, die jungen Müttern mit Rat und Tat zur Seite stand. Inzwischen haben sich die Familienstrukturen stark verändert. Viele Großeltern wohnen weit entfernt von ihren engsten Angehörigen oder sind bereits verstorben.

Um Eltern schon während der Schwangerschaft und nach der Geburt ihres Kindes möglichst früh zu informieren und zu beraten, wo und wie sie sich Hilfe, Unterstützung und Anleitungen bei Fragen zur Pflege, Ernährung, Entwicklung und Förderung ihres Säuglings und Kleinkindes holen können, hat der Kreis Bergstraße vor zehn Jahren das Modellprojekt „Keiner fällt durchs Netz“ mit dem Schwerpunkt „Frühe Hilfen“ ins Leben gerufen.

Vor vier Jahren hat sich das niederschwellige Erfolgsmodell als kostenloses Regelangebot mit zwölf freiberuflichen, berufserfahrenen und qualifizierten Fachkräften – davon acht Familienhebammen und vier Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen – im Kreis etabliert. Es wird dem aktuellen Bedarf ständig angepasst und zusätzlich ausgebaut. Ein Ersatz für die Nachsorge bei Hebamme und Kinderarzt ist es nicht.

Ein dicht gewobenes Netz

Die beiden monatlichen Hebammensprechstunden in Fürth und Mörlenbach, sowie die Elternsprechstunde in Biblis haben jetzt Zuwachs erhalten. Seit März können Eltern in Lampertheim jeweils am ersten Montag im Monat zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr bei der Säuglingssprechstunde in den Räumen der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche vorsprechen. Ansprechpartnerin ist die Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Sandra Düringer. Nächster Termin ist Montag, 2. Mai.

Diana Stolz, Erste Kreisbeigeordnete und für das Jugendamt zuständige Dezernentin, und die Jugendamts-Mitarbeiter Ulrich Schneider, Renate Dörr und Georgeta Ensinger stellten in einem Pressegespräch im Landratsamt das dicht gewobene, „am Kind orientiere Netzwerk Frühe Hilfen“ mit seiner breiten Angebotspalette von Säuglingsberatungsstunden, Präventionsarbeit, Vorträgen und Fachveranstaltungen vor. Mit im Boot sitzen neben vielen anderen alle Akteure des Gesundheitswesens, die Kliniken im Kreis und den benachbarten Kommunen sowie die Drop In-Treffs in der Region. Koordinator und Anlaufstelle ist das Jugendamt.

Eine Vorreiterrolle übernommen

Gerade bei der Etablierung der inzwischen überregional verbreiteten Angebote im ersten Lebensjahr hat der Kreis Bergstraße eine Vorreiterrolle übernommen, wie Stolz zufrieden mitteilte. Als weitere flankierende Maßnahmen nannte sie die Einstellung eines Kinderschutzkoordinators und die Verpflichtung ausgebildeter Tageseltern, Auffälligkeiten bei den ihnen anvertrauten Kindern zu melden.

„Unser Anliegen ist es, so früh es irgendwie geht Hilfen anzubieten, um Eltern in die Lage zu versetzen, ihre Kinder bestmöglich zu versorgen. Kinderschutz steht ganz weit oben auf unserer Agenda“, bekräftigt die Dezernentin.

Und Ulrich Schneider vom Jugendamt des Kreises Bergstraße ergänzt: „Prävention ist der beste und gleichzeitig der preiswerteste Kinderschutz.“ Oftmals seien Eltern überfordert, verunsichert oder überlastet: „Es ist wichtig, dass sie lernen, mit der Situation umzugehen, Techniken zu lernen und Sicherheit zu bekommen.“

Neben Informations- und Beratungsangeboten, Hebammensprechstunden und Elternkursen umfasst das „Frühe-Hilfen“-Programm unter anderem gezielte Präventionsprojekte wie die Unterstützung von Familienhebammen und Kinderkrankenpflegerinnen im ersten Lebensjahr. Eine digitale Broschüre informiert Schwangere über Adressen und Hilfsangebote im Kreis.

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