Bergstraße

Kommentar

Denkmäler: Bilderstürmerei verhindern

Archivartikel

Denkmäler werden beschmiert oder gleich gestürzt, Straßennamen umbenannt. Und überall, wo beispielsweise das Wort Mohr noch vorkommt (eine Heidelberger Traditionskneipe, der Sarotti-Mohr in einem Mannheimer Kabarett) findet sofort eine Diskussion statt. Die wäre besser geführt, wenn Denkmäler oder Straßennamen aus ihrer Zeit heraus bewertet würden. Das ist eine in der Geschichtswissenschaft eine übliche Vorgehensweise und bewahrt vor schneller Selbstgerechtigkeit. Sklaverei gab es schon bei Griechen und Römern, soll nun die Akropolis in Athen oder das Kollosseum in Rom abgerissen werden? Selbst in der Bibel ist Sklaverei nicht verboten. Nun also ein Bannstrahl auf die Kirchen? Das führt alles nicht weiter. Sinnvoller wäre es die jeweiligen Denkmäler, Straßennamen und Figuren mit einer Erklärung zu versehen, die sie im Kontext der Zeit ihrer Entstehung einordnen. Dann haben alle etwas davon. Bilderstürmerei war noch nie eine Lösung. Die alte Zeit war in vielen Fällen keine gute, Geschichte ist nun mal oft schmutzig.

 
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