Bergstraße

Besichtigung Mitarbeiter des Bergsträßer Anzeigers haben sich in der Druckerei angeschaut, wie die Printausgabe entsteht

Der BA: Von der riesigen Rolle frisch bedruckt und bereit, gelesen zu werden

Archivartikel

Bergstraße.Was früher noch mit der Linotype mühsam per Hand gedruckt wurde, erledigen Mensch und Maschine inzwischen gemeinsam innerhalb weniger Minuten. Das und vieles mehr schilderte Guido Moch, Leiter der Druckerei, in der der Bergsträßer Anzeiger Nacht für Nacht zu Papier gebracht wird, einer Gruppe von BA-Mitarbeitern bei einer Führung durch die Hallen in der Dudenstraße in Mannheim.

Große braun-blaue Papierrollen warten hier nur darauf, einmal als Zeitung – aber auch als Beilage oder Werbeprospekt – im Briefkasten zahlreicher Leser zu landen. Dazu wird nicht irgendein Papier verwendet, sondern zu 100 Prozent recyceltes. Bis zu sechs mal kann diese Art von Papier in der Zeitungsproduktion verwendet werden. Danach sind die Fasern vom immer wiederkehrenden Recycling so weit zerkleinert, dass sie den hohen mechanischen Beanspruchungen auf der Rotation einer Zeitungsdruckerei nicht mehr gewachsen sind. Dann wird aus dem Material beispielsweise Karton, wie Guido Moch seinen interessierten Zuhörern bei dem gut anderthalbstündigen Rundgang erklärte.

Es rattert und brummt

Beim Druck kommen Platten mit Aluminiumoberfläche zum Einsatz. Der Drucker kann von seinem Arbeitsplatz aus, an den Monitoren, noch mit der Farbgestaltung „spielen“. „Allerdings muss die Farb-Wasser-Balance stimmen, sonst schmiert es“, erklärt Moch.

Den Plattenwechsel – wenn also neue Seiten von der Rotation gedruckt werden sollen – erledigten früher Druckereimitarbeiter per Hand. Inzwischen übernimmt diese Aufgabe ein Roboter – denn der kann vier Platten auf einmal bewegen.

„Wir haben hier alles, außer Zeit“, erläuterte der Leiter der Druckerei mit einem Schmunzeln. Beim Plattenwechsel wird es laut in der Halle – es brummt und rattert. „Das kommt durch die Vibration der Platten, die dafür sorgt, dass sie sauber in die Halterungen hineingehen.“

Um 22.50 Uhr wird der BA angedruckt. Über Förderbänder durchlaufen die Zeitungen weitere Stationen, bis sie letztlich lesebereit und in Folien mit Kennzeichnung verpackt sind und im entsprechenden Fahrzeug landen. Nur selten, wenn einmal Teile der Maschinen kaputt gehen, kommt es zu Verspätungen. Das komme zwar glücklicherweise nicht so häufig vor, wie Moch sagte, dennoch sei jede einzelne Verspätung eine ausgesprochen ärgerliche Sache.

Nachdem die druckfrischen BA-Ausgaben im Auto noch einige Kilometer zurückgelegt haben, bringen die Zusteller sie zu ihrem Ziel – den Lesern. ssr

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