Bergstraße

Lehrjahre Das moderne Berufsbild vereint Tätigkeiten, die vor vielen Jahren noch getrennt ausgebildet wurden

Der Mechatroniker-Beruf bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der Berufsalltag eines Mechatronikers, der seit 1998 ein anerkannter Ausbildungsberuf ist, verbindet viele Tätigkeiten und Aufgaben, die vor mehreren Jahren noch getrennt ausgebildet worden sind. Zu den Aufgabenbereichen gehören: die Automobilindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, die Elektroindustrie, Stahlindustrie, das Handwerk sowie die Lebensmittelindustrie.

Die Berufslaufbahn als Mechatroniker beginnt so wie bei vielen anderen Berufen mit der Ausbildung. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Sie ist anspruchsvoll, da man viele Aufgabenfelder bearbeiten muss. Nicht nur die Elektrik und die Mechanik sind Teile, die man lernen muss. Zusätzlich kommen noch Themen wie Pneumatik, Hydraulik, Informationstechnik, verschiedene Programmiersysteme, Wartung und Instandhaltung von Produktionsanlagen, Austausch von Bauteilen ebenso das Entwickeln von mechatronischen Systemen dazu. Während der Ausbildungszeit, muss man zwei Prüfungen absolvieren. Zum einen die Abschlussprüfung Teil 1 (ehemals „Zwischenprüfung“) nach eineinhalb Jahren. Diese besteht aus einem Praktischen und einen Theoretischen Teil, die beide gleich gewichtet werden. Während des praktischen Teils, der entweder in der IHK (Industrie-und Handelskammer) oder einem großen Betrieb stattfindet, muss man in einer Zeit von maximal acht Stunden die Aufgabenbereiche Elektrik, Mechanik, Pneumatik und Sensorik bearbeiten.

Die Abschlussprüfung Teil 2 (ehemals „Abschlussprüfung“) nach dreieinhalb Jahren ist ähnlich aufgebaut. Hier kann man wählen zwischen einer PAL-Prüfung (Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle), die wie die Abschlussprüfung Teil 1 aufgebaut ist oder einem betrieblichen Auftrag, der von der eigenen Firma gestellt wird. Auch bei der Abschlussprüfung Teil 2 gibt es wieder einen theoretischen Teil.

Zu beachten ist, dass die Abschlussprüfung Teil 2 mit 60 Prozent in die Endnote zählt und die Abschlussprüfung Teil 1 mit 40 Prozent. Erst wenn beide Prüfungen erfolgreich bestanden sind, hat man seine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen. Was man für die Abschlussprüfung wissen muss, lernt man in der Berufsschule, der IHK und in der eigenen Firma.

Verschiedene Arbeitszeitmodelle

Nach der Ausbildung in einem der vielen Unternehmen hier im Umkreis – wie zum Beispiel Dentsply Sirona (Bensheim), Unilever Deutschland (Heppenheim), KLN Ultraschall (Heppenheim), Jungheinrich (Bensheim) oder Heess (Hofheim) – kann man als anerkannte Elektrofachkraft und Metallfachkraft sein Arbeitsleben beginnen. Ein Vorteil der bestandenen Ausbildung ist die vielfältige Einsatzmöglichkeit.

Gesellen können sowohl als Elektriker als auch im Metallbereich eingesetzt werden. Die Arbeitszeiten sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Neben dem Gleitzeit-Modell gibt es auch den Bereitschaftsdienst und die Schichtarbeit.

Nach der Ausbildung zum Mechatroniker hat man eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum Beispiel kann man den Industriemeister in der Fachrichtung Mechatronik, einen Techniker, einen Maschinentechniker oder einen technischen Fachwirt machen. Für den Beruf sollte man einige Fertigkeiten mitbringen wie technisches Verständnis, handwerkliche Geschicklichkeit, Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften. Zur Qualifikation wird mindestens die mittlere Reife benötigt.

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