Bergstraße

Jugend musiziert Der 13-jährige Lukas Rosenacker träumt von einer Karriere als Berufsmusiker

Der Trompete gehört seine ganze Leidenschaft

Archivartikel

Bergstraße.Lukas mag es laut. „Ich haue gern ordentlich rein.“ Doch auch die sanften Töne beherrscht der 13-Jährige. Dass er seine Trompete voll im Griff hat, beweist der Mörlenbacher Schüler bei Wettbewerben, in unterschiedlichen Orchestern und Ensembles. Seinen bisher größten Erfolg erzielte Lukas Rosenacker jetzt beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Halle an der Saale. Obwohl er in einer höheren Altersklasse startete, erspielte er sich mit seinem älteren Partner am Klavier, Johann Schütz aus Mühltal, den zweiten Bundespreis in der Kategorie „Duo Klavier und ein Blechblasinstrument“.

Gut gefördert

Dabei stammt Lukas nicht unbedingt aus einer Musikerfamilie. „Der Impuls kam von ihm“, verrät Mutter Corinna Rosenacker. Die ersten musikalischen Gehversuche unternahm Lukas schon mit sechs Jahren, allerdings am Klavier. Doch als sein großer Bruder Jan zwei Jahre später eine Trompete geschenkt bekam, war es Liebe auf den ersten Blick. Schnell war klar, die Trompete würde dem Klavier den Rang ablaufen. Im Posaunenchor in Mörlenbach erkannte dessen Leiter Sebastian Schertel sofort das Talent des Jungen. „Wir hatten immer Glück, dass Lukas auf Menschen getroffen ist, die ihn gefördert haben“, so Vater Raimund. Darunter die Trompetenlehrerin Andrea Schmidt. Sie unterrichtet an der Musikschule Weschnitztal.

Für sie war schnell klar: Das Talent von Lukas ist außergewöhnlich. Auf ihre Empfehlung durfte sich Lukas bei dem renommierten Dozenten Manfred Bockschweiger vorstellen, der an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt unterrichtet. Als Solo-Trompeter im Orchester des Staatstheaters Darmstadt genießt er einen ausgezeichneten Ruf. Zweimal die Woche sind die Rosenackers mittlerweile in der ältesten Musikschule Deutschlands, damit Lukas die bestmögliche Förderung bekommt. Auch wenn der zeitliche Aufwand für die gesamte Familie enorm ist, die Eltern nehmen die Anstrengungen gerne in Kauf. Raimund Rosenacker: „Wir sind dankbar, dass unser Sohn einen so tollen Lehrer hat.“ Längst spielt Lukas nicht mehr die Trompete seines Bruders. Seine Augen leuchten, wenn er von seinem Instrument spricht. Die erste Trompete war ein Modell amerikanischer Bauart, bis seine Eltern in eine Drehventiltrompete deutscher Bauart der Marke Ricco Kühn investierten. Lukas schwärmt: „Die Trompete hat einen wunderbar warmen Klang.“ Ein hochwertiges Instrument ist Voraussetzung für musikalische Erfolge, sei es bei Wettbewerben oder bei Probevorspielen – wie zum Beispiel für die Aufnahme im hessischen Landesjugendsinfonieorchester. Dem Auswahlorchester gehören talentierte junge Musiker zwischen 13 und 19 Jahren an. Obwohl Lukas beim Vorspiel in Frankfurt noch zwölf Jahre alt war, konnte der Mörlenbacher die hochkarätige Jury überzeugen. Bereits seit vergangenem Sommer unterstützt Lukas das Orchester, bei Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ spielt er gar die erste Trompete. Jetzt im Sommer steht eine Konzertreise in Hessens Partnerregion Emilia-Romagna an, auf die sich Lukas besonders freut.

Zunächst jedoch muss sich Lukas in der Orchesterwerkstatt der Deutschen Philharmonie Merck in Darmstadt beweisen. Er konnte einen Platz ergattern im begehrten Workshop, bei dem junge Nachwuchsmusiker von Profis lernen. Vier Tage lang ist jedes Pult besetzt mit einem Musiker der Deutschen Philharmonie Merck und einem „Junior“ – sie sollen sich gegenseitig inspirieren und motivieren. Krönender Abschluss war ein Konzert im Darmstadtium, bei dem Dmitri Schostakowitschs 5. Sinfonie zur Aufführung kam.

Zwei Stunden täglich üben

In der Orchesterwerkstatt lernen die Jugendlichen die Anforderungen kennen, die täglich an ein professionelles Konzertorchester gestellt werden. Eine Herausforderung für Lukas, dessen Berufswunsch aber ohnehin schon feststeht: Er möchte Berufsmusiker werden.

Sein Plan ist, nach dem Abitur an der Rimbacher Martin-Luther-Schule an der Musikhochschule Trompete zu studieren. Er weiß: „Wenn man zu einem renommierten Professor will, muss man sehr gut sein.“ Kontakte zu einer Koryphäe sind bereits geknüpft – zu Wolfgang Bauer, Dozent an der Musikhochschule Stuttgart. Bis dahin heißt es, noch sehr viel üben. Zwei Stunden Trompetespielen stehen täglich auf dem Programm. Zeit für andere Hobbys bleibt da kaum. Für Lukas kein Problem, denn der Trompete gehört seine ganze Leidenschaft. i.k./ü

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel