Bergstraße

Feierstunde Zum zehnjährigen Bestehen des Nibelungensteigs reißen die Lobeshymnen auf den „schönsten Wanderweg“ nicht ab

Der Wanderer genießt und wird belohnt zugleich

Archivartikel

Bergstraße.Wenn ein Weg erzählen könnte, würde er freudestrahlend darüber berichten, wie Erfinder, Ideengeber, Unterstützer, Macher und Pfleger seinen zehnten Geburtstag feiern. Der Nibelungensteig besteht zehn Jahre. Bei der Feierstunde auf der Terrasse im Hotel Gassbachtal in Gras-Ellenbach war es Rednern wie Landrat Christian Engelhardt und Standort-Bürgermeister Markus Röth durchaus bewusst, dass dies „eigentlich ein Kindergeburtstag“ ist.

Röth: „Zehn Jahre sind jung, und doch eine lange Zeit. Es ist schwierig, einem Weg zu gratulieren.“ Und Engelhardt ergänzte: „Feiern wir das Ereignis wie einen Kindergeburtstag, mit einem bunten Programm und dennoch lehrreich.“ Die eigens vom Nibelungencafé gefertigte Festtagstorte war dann auch schnell angeschnitten. Pfleger und Wärter sind vor allem die Vertreter des Odenwaldklubs. Sie halten die Markierungen (das blutrote N auf weißem Grund) frisch und lesbar. Unterstützung bekommen sie von der Wirtschaftsförderung, die eigens eine Abteilung für Vermarktung und Koordination mit der Projektleiterin Loreen Last eingerichtet hat.

Der Geopark Bergstraße/Odenwald mit der neuen Geschäftsführerin Dr. Stefanie Fey an der Spitze hält mit seinen interessanten Hinweis- und Schautafeln nicht nur die Geschichte der Nibelungen, auch des Odenwaldes entlang des Weges lebendig und sorgt mit Ruhebänken, Schutzhütten und Rastplätzen für die Infrastruktur.

All sie feierten ebenso mit wie Vertreter des Hessen-Forstes, Christine Friedrich von der Hotel- und Gaststätten-Vereinigung oder Sebastian Schröder von der Zukunftsoffensive Überwald. Nicht nur zur Demonstration setzte sich zuvor eine kleine Wandergruppe des OWK von Güttersbach in Richtung Gras-Ellenbach in Bewegung.

Der Nibelungensteig ist in beiden Richtungen zu begehen. Davon berichtete später der frühere Geschäftsführer Manfried Hering (Modautal): „Von den rund einem Dutzend ,echter‘ Quellen und Brunnen, wo ,nachweislich‘ der heimtückische Mord von Hagen an Siegfried geschehen ist, kamen wir auch am Siegfriedbrunnen Gras-Ellenbach vorbei“, heiterte er das fachkundige Publikum auf.

Die Lobeshymnen auf den Nibelungensteig mit seinen unzähligen Reizen, Herausforderungen und Schönheiten wollten kein Ende nehmen, ob von Landrat Christian Engelhardt ausgesprochen, von Manfried Hering oder dem aktuellen Geschäftsführer des Odenwaldklubs, Alexander Mohr (Groß-Umstadt).

Der Landrat wollte das Siegel „Qualitätswanderweg“ zu „Spitzenweg“ umbenannt haben. Damit machte er auch Werbung für die laufende Abstimmung zum schönsten Wandersteig Deutschlands, für den der Nibelungensteig nominiert ist. Für ihn gibt es da überhaupt keinen Zweifel.

Allen Rednern gemein war die Aufzählung der Vorzüge dieses Wanderwegs, mit seiner steigenden Zahl an Zuwegen und den angegliederten Rundwegen des OWK von den Naturparkplätzen aus. Es sind die Burgen, Schlösser, Kapellen, Kirchen am Wegesrande, die Geschichte erzählen, es sind die abwechselnden Landschaften zwischen Wald, Feldern, Wiesen, wechselnden Bodenbeschaffenheiten als Untergrund und immer wieder „diese Aussicht“.

Hering brachte es auf den Punkt: „Jedem Wanderer wird bewusst, wie schön doch unser Odenwald ist.“ Überhaupt sprach er das Hohelied auf das Wandern: „Es gehört zu den naturverträglichsten gesundheitsfördernden Bewegungsarten. Der Mensch genießt die Sehenswürdigkeiten. Das Gehirn wird zugleich angeregt und belohnt.“ mk

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