Bergstraße

BASF Umweltzentrale erläutert Vorgehensweise bei Betriebsabstellungen und zur Luftüberwachung

„Die Fackeln dienen der Sicherheit“

Metropolregion.Sie gehören zum Stadtbild von Ludwigshafen wie Hochstraßen und Pfalzbau: Die Fackeln der BASF sind manchmal kaum wahrzunehmen, dann erregt ihr Leuchten wieder große Aufmerksamkeit. Die 140 Meter hohe Hochfackel des Steamcrackers sowie die Fackeln der Acetylen- und Aromatenanlage auf der Friesenheimer Insel sind von weitem zu sehen, sobald sie in Betrieb sind. Was es mit dem Feuerschein auf sich hat, erfuhren die Besucher beim BASF-Erlebnistag, der jeden zweiten Samstag im Monat stattfindet. Zusätzlich zum normalen Programm stellten sich im Besucherzentrum leitende Mitarbeiter aus der Produktion und der Umweltzentrale den Fragen interessierter Gäste.

Bis zu 2500 Mitarbeiter beteiligt

„Auf einen Espresso mit…“ heißt die neue Veranstaltungsreihe mit wechselndem thematischen Schwerpunkt, bei der Experten Rede und Antwort stehen. „Fackeln setzen wir vor allem aus zwei Gründen ein: zur Verbrennung von Abgasen, die in unseren Anlagen entstehen, sowie als Sicherheitseinrichtung“, erklärte Daniel Keck, Leiter der Technologieeinheit für den Bereich Basic Petrochemicals.

Als Sicherheitseinrichtung seien Fackeln, von denen es mehr als 20 im Werk Ludwigshafen gebe, gesetzlich vorgeschrieben, um überschüssige Gase zu verbrennen. Das sei besonders beim Ab- und Anfahren der Anlagen der Fall, etwa im Rahmen einer Revision. Dann werde der Betrieb der Anlage abgestellt, was im Jahr mehrmals vorkomme.

Dass bis zu 2500 Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Gewerken an diesen routinemäßigen Abstellungen beteiligt sind, überraschte viele der insgesamt rund 100 Besucher, die mit den Verantwortlichen ins Gespräch kamen. Die Frage, warum die produzierten Gase nicht thermisch genutzt werden könnten, beantwortete Daniel Keck damit, dass dafür eine zusätzliche Verbrennungsanlage installiert werden müsste – was sich angesichts der eher seltenen Betriebsabstellungen nicht lohne. Zudem müsste man die Wärme auch abnehmen können.

Umweltmesswagen bestaunt

Die Aufmerksamkeit zahlreicher Bürger zog der Umweltmesswagen auf sich, der auf dem Besucherparkplatz zu begehen war. „Wir messen Schwefeldioxid, Stickoxide und organische Verbindungen in der Luft“, verriet Markus Hammermann, Leiter der Luft- und Lärmüberwachung. Die Luftqualität sei gut. Zur Problematik der Lärmbelästigung wies der promovierte Physiker darauf hin, dass rund 20 Anrufe jährlich bei der Umweltzentrale der BASF eingingen – „nicht viel, verglichen mit der Zahl von Beschwerden über Nachbarschaftslärm“.

Neben der Möglichkeit zum Austausch mit den Experten bot sich den insgesamt 700 Besuchern beim Erlebnis-Samstag ein vielfältiges Angebot.

Von der knapp einstündigen Werksrundfahrt über das Kinderlabor für den Nachwuchs bis hin zur Besichtigung des Weinkellers präsentierte sich der Konzern, der in Ludwigshafen 39000 Mitarbeiter beschäftigt und das größte zusammenhängende Chemie-Areal der Welt aufweist.

Chemie im Alltag

Darüber hinaus zeigte das Besucherzentrum auf sieben Ebenen Ausstellungen über Chemie im Alltag, Produkte in aller Welt – auch ein Blick ins Unternehmensarchiv war möglich. Beim Vergleich von Naturprodukten mit ihren synthetischen Pendants wurde die Chemie im wahrsten Sinne des Wortes „greifbar“, ein wichtiges Anliegen für Michael Wadle, Leiter des Besucherzentrums. Und wem das alles noch nicht genug war, der zündete eine Knallgas-Rakete über zwei Etagen.

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