Bergstraße

Martin-Buber-Haus

Doppelvortrag zum Israel-Jubiläum

Bergstraße.Das Martin-Buber-Haus in Heppenheim erinnert am Donnerstag, 17. Mai, 20 Uhr an das 70. Jubiläum der Staatsgründung Israels. In einem Doppelvortrag von Professor Christian Wiese (Martin-Buber-Lehrstuhl der Uni Frankfurt) und Professor Johannes Becke (Ben-Gurion-Stiftungsprofessur für Israel- und Nahoststudien an der Hochschule für jüdische Studien, Heidelberg) wird die Geburtsstunde des jüdischen Staates und seine Bedeutung für den Nahen Osten aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

Martin Buber und seine Familie wählten nach der Abreise aus Heppenheim 1938 Jerusalem als neues Zuhause und waren Zeit- und Augenzeugen der Gründung Israels vor 70 Jahren am 14. Mai 1948. Seine proarabische Haltung hat dem großen Philosophen nicht nur Freunde in Israel eingebracht. Vor allem mit dem begeisterten Zionisten und ersten Ministerpräsidenten Israels, David Ben Gurion, gab es Auseinandersetzungen.

Entgegen den heutigen Friedensbewegungen wie zum Beispiel „Shalom Achshav“ (Frieden jetzt) mit der Forderung nach einem eigenen palästinensischen Staat, vertrat Buber immer die Idee eines binationalen Staates mit gleichberechtigter arabisch-israelischer Beteiligung. Weitsicht bewies Buber schon 1921 in Karlsbad auf dem 21. Zionistischen Kongress, auf dem er ein Papier zur arabischen Frage präsentierte, das sich mit den zukünftigen nachbarschaftlichen Verhältnissen in Palästina beschäftigte.

Der arabische Blick auf den Staat Israel wurde geprägt durch Jahrzehnte des Konflikts. Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber ein ambivalentes Israel-Bild, das vom Feind bis zum Vorbild reicht.

Der zweite Teil des Vortrages bietet eine Einführung in die unterschiedlichen Israel-Bilder der arabischen Welt: Neben antizionistischen Dogmen und antisemitischer Propaganda finden sich Motive der heimlichen Bewunderung, der vorsichtigen Aussöhnung und der Nostalgie nach dem Kulturerbe der orientalischen Juden. Die täglichen Nachrichten aus Israel und Gaza zeigen, dass der Nahostkonflikt nach wie vor aktuell bleiben wird und es keine einfachen Lösungen gibt.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. red

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