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Wirtschaft Vertreterversammlung der Volksbank Darmstadt-Südhessen billigt Zusammenschluss mit Modau einstimmig

Drei Prozent Dividende für Volksbank-Genossen

Archivartikel

Darmstadt.Die Fusion zwischen der Volksbank Modau und der Volksbank Darmstadt-Südhessen ist unter Dach und Fach. Die 294 teilnehmenden Vertreter der Volksbank Darmstadt-Südhessen billigten den Zusammenschluss bei der jüngsten Vertreterversammlung im Darmstadtium einstimmig. Das fusionierte Institut wird eine Bilanzsumme von rund 4,4 Milliarden Euro aufweisen, von 100 000 Mitgliedern getragen und mehr als 200 000 Kunden betreuen.

Von dem Zusammenschluss versprechen sich die beiden benachbarten Banken vielfältige Vorteile. Im Mittelpunkt steht laut Michael Mahr, Vorstandssprecher der Volksbank Darmstadt-Südhessen, die Bewältigung der herausfordernden Rahmenbedingungen, wie die stei-genden Anforderungen der Regulatorik, die durch die Niedrigzinsphase unter Druck stehenden Betriebsergebnisse sowie die zügige Umsetzung technischer Innovationen im Umfeld der Digitalisierung.

„Gerade für kleine und mittlere Banken werde es immer schwieriger die daraus entstehenden Belastungen dauerhaft zu stemmen. Ein Zusammenschluss zum jetzigen Zeitpunkt ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, da beide Banken wirtschaftlich gesund und für ihre Ertrags- und Vertriebsstärke bekannt sind“, verdeutlicht Mahr.

Die Geschäftsgebiete beider Institute überschneiden sich nicht, sondern grenzen nahtlos aneinander und ergänzen sich somit ideal. Alle Mitarbei-ter der Volksbank Modau werden von der Volksbank Darmstadt-Südhessen übernommen und erhalten einen fusionsbedingten Kündigungsschutz für die nächsten fünf Jahre.

Mit einer guten Steigerung im Kundenvolumen und nochmals gestärkten Eigenkapitalpolster blickt die Volksbank auf ein herausforderndes, aber erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Die Zahlen, die Vorstandssprecher Matthias Martiné präsentierte, belegten, wie wichtig die Volksbank für die Region ist. Die Kreditvergabe, die Löhne und Gehälter und die Steuern fließen alle in die Wirtschaftsleistung Südhessens: 3,1 Milliarden Euro an Krediten hat die Bank vergeben und über zehn Millionen Euro an Steuern gezahlt. Vereine und karitative Einrichtungen hat die Volksbank im vergangenen Jahr mit insgesamt 715 000 Euro unterstützt. Hinzu kommen Mittel in Höhe von 45 300 Euro, mit denen die Volksbank-Stiftung „Hoffnung für Kinder“ notleidenden Kindern im Geschäftsgebiet geholfen hat.

Möglich gemacht hat das ein weiterhin erfolgreiches Kundengeschäft. Im vergangenen Jahr konnte die Volksbank ihre Bilanzsumme auf einen neuen Höchstwert von über vier Milliarden Euro steigern. Bei den Krediten gab es einen Zuwachs von 51 Millionen Euro auf 3,1 Milliarden Euro. Bei den Einlagen verzeichnete die Bank ein Wachstum von 35 Millionen Euro auf 3,3 Milliarden Euro.

Renditechancen durch Wertpapiere

Besonders gefragt war das Institut bei der Vermögensanlage. Mit einem Plus von 123 Millionen Euro wurde bei den Wertpapieranlagen der Kunden eine Steigerung verzeichnet. Martiné betonte an dieser Stelle, dass in Anbetracht von Nullzinsen bei klassischen Anlagen immer mehr Kunden die Beimischung von Wertpapieren zur Wahrung von Renditechancen bevorzugen. Zusammen mit den bei den genossenschaftlichen Partnerinstituten verwalteten Ausleihungen und Vermögenswerten stieg das betreute Kundenvolumen um 232 Millionen Euro auf 9,3 Milliarden Euro.

Das Jahr 2017 war laut Martiné aber dennoch herausfordernd. Niedrigzinsniveau, Regulatorik und Digitalisierung halten Geschäftsleitung und Mitarbeiter unverändert auf Trab. Mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 34,8 Millionen Euro lag der Gewinn trotz gesunkenen Zinsüberschuss infolge der anhaltenden Negativzinspolitik der EZB nahezu auf Vorjahresniveau. Ausgleichend wirkten sich im Ergebnis der gestiegene Provisionsüberschuss und die niedrigeren Verwaltungsaufwendungen.

Gut gerüstet

Die 92 300 Mitglieder erhalten eine Dividende in Höhe von drei Prozent auf ihre gezeichneten Geschäftsanteile. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Vertreterversammlung. Das verbleibende Ergebnis nutzt die Volksbank Darmstadt-Südhessen zur Stärkung ihres Eigenkapitals. Das wirtschaftliche Eigenkapital erhöht sich damit auf 472 Millionen Euro.

Mit dieser Ausstattung fühlt sich die Bank gut gerüstet für die Anforderungen des Gesetzgebers und den Herausforderungen des Marktes. Die Mitglieder-Vertreter zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Das demonstrierten sie auf der Versammlung mit eindeutigen Beschlüssen. Unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Frank haben die Vertreter den Jahresabschluss festgestellt sowie Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. red

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