Bergstraße

Nachruf Geschichts- und Heimatvereine im Kreis Bergstraße trauern um Karl-Ludwig Schmitt

Ein Leben für die Heimatforschung

Bergstraße.Die Arbeitsgemeinschaft der Geschichts- und Heimatvereine im Kreis Bergstraße trauert um ihren langjährigen zweiten Vorsitzenden Karl-Ludwig Schmitt. Sein ganzes Leben hatte er der Erforschung der Heimatgeschichte verschrieben. Er starb am vergangenen Montag.

Am 31. August 1937 in Heidelberg geboren, besuchte er in Rimbach das Martin-Luther-Gymnasium, legte das Abitur ab und studierte am Pädagogischen Institut in Jugenheim für das Lehramt. Seine erste Lehrerstelle erhielt er im Vogelsberg, nicht weit von der Rhön und Thüringen entfernt. Diesen Landstrichen blieb er zeitlebens verbunden und besuchte sie häufig. Zurück im Weschnitztal, das ihm zeitlebens Heimat blieb, unterrichtete er 30 Jahre, die letzten 25 als Realschullehrer, an der Schule in Birkenau, viele Jahre in Personalratsfunktion.

Die Heimatgeschichte war und blieb Teil seines Lebens und seiner Arbeit. Der Rimbacher Pfingstmarkt bot Gelegenheit, Ortsgeschichte zu erforschen und zu veröffentlichen, über viele Jahre brachte Karl-Ludwig Schmitt das Pfingstmarktheft für die Bewohner Rimbachs heraus. Als Archivar diente er der Gemeinde Rimbach von seiner Pensionierung an bis zuletzt. Auch Leben und Werk des Odenwalddichters Adam Karrillon erforschte er und edierte eine Sammlung seiner Werke.

Seit 1980 zählte Karl-Ludwig Schmitt zu den Autoren der Geschichtsblätter, bereits seit Gründung der Arbeitsgemeinschaft war er den Ideen der Gruppe verbunden. 1984 wurde er in den Vorstand gewählt, seit 1986 wirkte er in der Schriftleitung. Er war ein Liebhaber klarer, gepflegter Sprache, ein unermüdlicher Arbeiter – so entstanden auch unter seinen Händen jedes Jahr wieder die Geschichtsblätter.

Darüber hinaus verantwortete er über lange Zeit die Buchhinweise in der Reihe, mit seiner bibliografischen Neigung und als profunder Kenner geschichtlicher Zusammenhänge war er der rechte Mann für regionalgeschichtliches Schrifttum.

Seine Freude war es, am 50. Jubiläum der Geschichtsblätter mitzuwirken und zu erleben, dass sich sein langjähriges Engagement auszahlte. Andere historische Schriftreihen waren vom Markt verschwunden, die Geschichtsblätter erlebten den Band 50 und weitere.

Die Arbeitsgemeinschaft widmete ihm den Jubiläumsband als Dank für unermüdliches Schaffen und Mittun, für sicheres Urteil, sprachliche Kenntnis und tiefe Verbundenheit mit Geschichte und Herkommen seiner Heimat und ihrer Bürger. „Ein guter treuer Freund hat uns für immer verlassen. Was uns bleibt, sind Erinnerung, Freude und Dank, dass es ihn gab“, betont Heidi Adam, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, abschließend. red

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