Bergstraße

„Eine Schande“

Archivartikel

4453 Kinder und Jugendliche leben im Kreis Bergstraße von Hartz IV

Ende des vergangenen Jahres lebten in den 7623 Bedarfsgemeinschaften im Kreis Bergstraße insgesamt 15 195 Menschen, davon 4453 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Das hat DGB-Regionssekretär Horst Raupp bei einer Sitzung des DGB-Kreisvorstands in Heppenheim berichtet.

„Die Hartz-IV-Sätze in Deutschland sind völlig unzureichend und schützen nicht vor Armut“, so Raupp. Im Regelsatz seien für Vorschulkinder beispielsweise nur 2,77 Euro pro Tag für Essen und Trinken vorgesehen. „Diese Zahl zeigt, dass die Regelsätze selbst für Grundbedürfnisse deutlich zu niedrig bemessen sind“, so Raupp.

„Aufgabe des Sozialstaats“

Der DGB Bergstraße fordert deshalb eine deutliche Erhöhung der Regelsätze: „Es ist eine zentrale Aufgabe des Sozialstaates, das Existenzminimum zu schützen, und nicht Aufgabe privaten und ehrenamtlichen Engagements. Niemand sollte in diesem reichen Land auf Lebensmittelspenden angewiesen sein.“

„Kinderarmut ist eine Schande für dieses reiche Land“, sagte DGB-Kreisvorsitzender Sven Wingerter. „Trotz Hochkonjunktur, Rekordgewinnen und rasant wachsendem Reichtum breitet sich Armut und insbesondere Kinderarmut in Deutschland immer weiter aus. Hier muss endlich energisch gegengesteuert werden.“ Der DGB Bergstraße fordere von der Politik deutlich stärkere Anstrengungen zur Bekämpfung von Armut.

Raupp und Wingerter fordern, das Thema soziale Gerechtigkeit und die damit verbundene Verteilungsfrage offensiv anzugehen: „Die jahrzehntelange Umverteilung von unten nach oben muss endlich gestoppt werden. Hier ist die Politik gefordert. Konzerngewinne, Spitzeneinkommen, große Vermögen und reiche Erbschaften müssen endlich angemessen besteuert werden“, sagen sie. zg

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