Bergstraße

Benefiz 72 Teilnehmer beim ersten Golfturnier des Vereins „Einfach helfen Bergstraße“

Einlochen für einen guten Zweck

Bergstraße.Trotz bedecktem Himmel ist das erste Charity-Golfturnier des Vereins „Einfach helfen Bergstraße“ trocken ins Finale gegangen. Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Benefizveranstaltung in Kooperation mit dem Golf-Club Bensheim auf 72 Teilnehmer beschränkt, die in 18 Flights (Spielergruppen) mit gebührendem Abstand auf den Platz gingen.

Auf eine Abendveranstaltung wurde ganz verzichtet. „Das wäre ein falsches Signal in diesen Zeiten“, betonte Vorstandsmitglied Heike Koser-Jung im Namen des gemeinnützigen Vereins. Trotz Corona-Krise war der Termin früh ausgebucht. Unter den Spielern waren zahlreiche Mitglieder des ausrichtenden Clubs sowie Golfer aus der gesamten Metropolregion.

Deutsche Meisterin am Start

Und sogar die frisch gekürte Deutsche Meisterin Helen Kreuzer (22) zeigte ihr großes Können: beim Turnier auf der Münchner Valley-Anlage hatte sich die Spielerin, die für den Golf Club Frankfurt antritt, den Sieg in der Damen-Wertung gesichert. Bereits mit vier Jahren stand sie zum ersten Mal auf der Driving Range des GC Bensheim und machte ihre ersten Schwünge mit dem Golfschläger.

Aber man musste keinen Meistertitel mitbringen, um beim Benefizturnier dabei zu sein. Die Teilnehmer freuten sich, für einen guten Zweck abschlagen und damit den 2013 gegründeten Verein unterstützen zu können. Hier hat man sich zum Ziel gesetzt, Menschen aus der Region eine passgenaue und vertrauliche Hilfe anzubieten.

Unverschuldet in Not geraten

Im Blick sind in erster Linie Personen, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind. Der Fokus liegt verstärkt auf Familien, Kindern und älteren Menschen, heißt es aus dem Vorstand, der nach wie vor aus acht Gründungsmitgliedern besteht. Bewusst behalte man diese schlanken Organisationsstrukturen bei, um reaktionsschnell und unbürokratisch agieren zu können.

Spenden sollen nicht in eine kostenintensive Verwaltung fließen, sondern möglichst unkompliziert direkt den Menschen zu Gute kommen, so Heike Koser-Jung kurz vor dem Kanonenstart am Bensheimer Clubhaus. Die Initiatoren arbeiten ehrenamtlich und nutzen auch persönliche Netzwerke, um Hilfsbedarf vor Ort zu erkennen und zeitnah handeln zu können.

Zu den bisherigen Projekten zählen - unter vielen anderen – finanzielle Hilfen, aber auch Sachspenden und Kostenübernahmen beispielsweise für die Anschaffung von Unterrichtsmaterialien.

„Die Corona-Krise betrifft auch viele Schüler“, so Anke Müller-Wiege. Und nicht jeder Jugendliche besitze die nötige Ausstattung für ein erfolgreiches Homeschooling abseits des Präsenzunterrichts. Auch in solchen Fällen hat der Verein Lücken überbrückt und konkrete Bedürfnisse erfüllt.

Bei der Auswahl der Fälle legt „Einfach helfen“ großen Wert auf einen nachhaltigen Ansatz. Zu den Hilfsbedürftigen wird ein möglichst direkter Kontakt gepflegt. Nach einem persönlichen Besuch entscheiden die Vereinsmitglieder gemeinsam, ob und in welchem Maß der Verein aktiv wird.

Zu den regionalen Kooperationspartnern gehören das Frauenhaus Bergstraße, die Bensheimer Tafel, der Hospizverein und das Präventionsangebot „Keiner fällt durchs Netz“ unter der Regie des Kreises. Feste Termine sind auch die Bergsträßer Weinlagenwanderung, bei der die Mitglieder mit einem Verkaufsstand in der Mierendorffstrasse in Auerbach vertreten sind, sowie der alljährliche „Christmas Tea“ im Blauen Aff.

Der Erlös fließt zu 100 Prozent in die jeweiligen Hilfsprojekte. Auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte tragen dazu bei, den Verein noch bekannter zu machen und auf diese Weise noch mehr Sponsoren zu finden.

Vorbild im Ortenaukreis

Entstanden ist der Verein nach einem gleichnamigen Vorbild im Kreis Ortenau. Dort war 2005 ein zweijähriges Kind an Leukämie erkrankt. Die Eltern sammelten Spenden für die Behandlung. Doch das Kind verstarb. Mit den verbliebenen 30 000 Euro wollten die Eltern anderen Menschen in Not helfen und gründeten 2008 einen ehrenamtlich getragenen, gemeinnützigen Verein. Persönliche Verbindungen brachten die Idee an die Bergstraße. Der Name ist auch hier Programm.

Auch bei der Organisation des Golfturniers wurde an alles gedacht. Die Spieler trafen sich in Gruppen à vier Personen am Clubhaus, wo sie auch mit einem kleinen Verpflegungspaket für unterwegs ausgestattet wurden. Gespielt wurde nach der Stableford-Zählweise. Die Abstands- und Hygieneregeln konnten auf der weitläufigen 18-Loch-Anlage mühelos eingehalten werden.

„Wir wollen jedes Risiko vermeiden“, betonte Jugendwartin Angelika Kreuzer vom Golf-Club Bensheim. Die Flaggenstöcke blieben im Loch, es wurden ausschließlich eigene Bälle gespielt. Auf dem Platz kamen sich die einzelnen Flights nicht in die Quere.

Die Siegerehrung am frühen Abend wurde kurz und knapp gehalten. „Wir hoffen auf ein Turnier 2021 unter besseren Vorzeichen“, so Heike Koser-Jung.

Info: Hilfsbedürftige Menschen können sich an den Verein wenden: www.einfach-helfen- bergstrasse.de

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