Bergstraße

Straßenverkehr Autofahrerin war auf der linken Spur in die Fahrbahnbegrenzung gerutscht / Wormserin eilte zur Hilfe, der Fahrer eines nachfolgenden Fahrzeugs erkannte die Situation zu spät

Ersthelferin bei Unfall auf der B 47 bei Lorsch schwerverletzt

Bergstraße.Eine 61 Jahre alte Frau aus Worms wurde gestern am frühen Morgen auf der Bundesstraße 47 zwischen Lorsch und Bensheim schwerverletzt, nachdem sie einer 32 Jahre alten Autofahrerin, die aufgrund von Fahrbahnglätte gegen die linke Leitplanke gerutscht war, helfen wollte.

Die Ersthelferin hielt nach ersten Erkenntnisse um 6.30 Uhr mit ihrem Golf hinter dem Peugeot der 32-Jährigen an und stieg aus ihrem Fahrzeug aus. Ein nachfolgender Volvo-Fahrer aus Heidelberg bemerkte die Unfallstelle auf der linken Seite der zweispurigen Bundesstraße nicht rechtzeitig und fuhr gegen den Golf der Wormserin.

Die 61-Jährige wurde zwischen den Fahrzeugen eingeklemmt. Schwerverletzt wurde die Frau mit dem Rettungswagen in die nächste Klinik gebracht. Die Peugeot-Fahrerin kam leicht verletzt ins Krankenhaus. Der 74 Jahre alte Volvo-Fahrer erlitt einen Schock.

Die Polizei sperrte die Unfallstelle auf der Bundesstraße 47 zwischen Lorsch und Bensheim ab der Kreisstraße 31 bis zur Anschlussstelle Bundesstraße 460 für rund drei Stunden voll. Für die Unfallrekonstruktion wurde ein Sachverständiger hinzugezogen.

Auf die eigene Sicherheit achten

Autofahrer sind zur Hilfeleistung im Straßenverkehr gesetzlich verpflichtet – unabhängig davon, ob sie einen Unfall verschuldet haben oder beteiligt waren. Paragraf 323c des Strafgesetzbuches sieht Geld- oder Freiheitsstrafen für Personen vor, die „bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe“ leisten, obwohl dies „erforderlich“ und den „Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten“ möglich ist.

„Helfen ist notwendig, aber der Eigenschutz ist dabei ganz wichtig“, sagt Christiane Kobus, Pressesprecherin beim Polizeipräsidium Südhessen. Konkrete Ratschläge geben, wie man sich als Helfer bei einer ähnlichen Unfalllage wie gestern Morgen auf der B 47 verhalten soll, kann jedoch auch die Polizei nicht.

„Das war eine ganz schwierige Situation“, sagt Christiane Kobus mit Blick auf das in die Mittelleitplanke gerutschte Fahrzeug. Als Helfer solle man möglichst einen „Schutz zwischen sich und die Fahrbahn“ bringen. Wenn vorhanden, kann man also beispielsweise den Mittelstreifen hinter der Leitplanke betreten.

Das eigene Auto sollten Ersthelfer in einem ausreichenden Sicherheitsabstand zum Unfallfahrzeug abstellen, Beleuchtung und Warnblinklicht müssen eingeschaltet werden. Die Helfer selbst sollten ihre Warnwesten überstreifen und immer den Verkehr im Auge behalten.

Doch wo stellt man als Helfer bei einem Unfall auf der linken Spur sein Fahrzeug am besten ab: rechts auf dem Standstreifen oder links am Mittelstreifen? Auch hier kann die Polizei keine pauschalen Ratschläge geben. „Ich sollte immer darauf achten: Wo stehe ich am sichersten?“, sagt Christiane Kobus. Sollte man die Gefahr für die eigene Unversehrtheit als zu groß einschätzen, müsse man als Ersthelfer auch nicht zwangsläufig direkt zum Unfallort. Auf jeden Fall muss man aber unmittelbar die Rettungskräfte verständigen. pol/kel

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