Bergstraße

SPD Thorsten Schäfer-Gümbel traf sich mit Sozialverbänden

Es mangelt an bezahlbaren Wohnungen

Archivartikel

Bergstraße.Sie sind in verschiedenen Bereichen sozialer Arbeit tätig, die Vertreter der sozialen Institutionen und Einrichtungen, die sich in Heppenheim mit der Spitze der Bergsträßer SPD, verstärkt vom hessischen Landeschef Thorsten-Schäfer-Gümbel, zum Gedankenaustausch trafen. Die Unfallhilfe der Johanniter war ebenso vertreten wie der VdK, die Behindertenhilfe Bergstraße und der Verein für Kultur, Bildung und Soziales (Kubus). Nicht umsonst sprach der Bergsträßer SPD-Chef Marius Schmitt von einem „Querschnitt“ der sozialen Landschaft.

Beim Mittagsbrunch in den Fachwerkstuben wurde schnell deutlich, dass den meisten von ihnen trotz der unterschiedlichen Ausrichtung ein Thema auf den Nägeln brennt: der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. „Das ist unser größtes Problem“, sagte etwa Eva Eppler von der Behindertenhilfe. Viele Menschen, die die Einrichtung betreut, könnten und würden gerne außerhalb einer Einrichtung in eigener Verantwortung leben. „Sie finden aber oft keine Wohnung“, moniert Eppler.

Bevölkerungszahl wird steigen

Thomas Jungfleisch vom Verein Kubus kennt dieses Problem durch die Arbeit mit Flüchtlingen ebenso gut. Für Björn Hörnle von der Johanniter-Unfallhilfe in Viernheim hängen Wohnungsmangel und Ambulante Versorgung fest zusammen. „In der Pflege gibt es einen Konkurrenzkampf. Die Krankenkassen fordern wirtschaftliches Arbeiten“, führte er vor Augen. Für die Pflegeeinrichtungen könne dies unter anderem heißen, dass sie eher dort Hausbesuche machen können, wo diese nicht mit zu langen Wegzeiten verbunden sind. „Deshalb ist die Frage, ob der ländliche Raum für manche Menschen überhaupt wohnfähig ist“, sagte Hörnle.

Für Schäfer-Gümbel ist der Wohnungsmangel das wichtigste soziale Thema des Jahrzehnts. Die Bevölkerung des Rhein-Main-Gebiets werde mittelfristig um 250 000 Menschen steigen. Menschen mit psychischen oder gesundheitlichen Einschränkungen seien auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt. „Da hilft nur eines: Bauen, Bauen, Bauen“, betonte der Spitzenkandidat der SPD für die hessische Landtagswahl im Oktober.

Landesmittel gefordert

Der Gast aus Wiesbaden sprach sich für eine Renaissance des öffentlichen Wohnungsbaus aus. Dem Einwurf von Martin Fraune von der Liga der freien Wohlfahrtsverbände, dass sich viele Bürgermeister scheuen, soziale Wohnbauprojekte anzustoßen, setzte er entgegen, dass sich viele Rathauschefs alleine gelassen fühlten, weil es dafür kaum Unterstützung vom Land gebe. „Lindenfels selbst kann keine Wohnungen bauen“, sagte etwa Stefan Ringer, stellvertretender Vorsitzender der Kreis-SPD, der am Mittagsbrunch als Vertreter des Paritätischen Wohlfahrtsverbands teilnahm und auch Stadtverordnetenvorsteher in Lindenfels ist. Er sprach sich für zielgerichtete Landesmittel aus, mit denen der Wohnungsbau vorangetrieben werden soll.

Das Treffen in Heppenheim soll nach dem Willen der Sozialdemokraten den Auftakt für einen Dialog darstellen. Zumindest dieses erste Gespräch nahmen die Teilnehmer positiv auf. „Es war mal ganz erfrischend, einmal bei einem Treffen mit einer Partei nicht nur Zuhörer zu sein, sondern auch selbst gehört zu werden“, kommentierte Hörnle von den Johannitern.

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