Bergstraße

Pilgerreise Elf Tage lang war die Gruppe rund um Leon in Kastilien unterwegs / Die nächste Tour steht im September an

Evangelische Jugend auf dem Jakobsweg

Bergstraße.Buen Camino, der „richtige Weg“: Das war für die Evangelische Jugend Bergstraße und Ober-Ramstadt elf Tage lang der Jakobsweg, auf dem die Gruppe in diesem Jahr bereits zum dritten Mal pilgerte. Jedes Jahr ein Stück bis nach Santiago de Compostela hatten sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorgenommen. In diesem Jahr pilgerte die Evangelische Jugend rund 240 Kilometer rund um Leon in Kastilien, bevor es mit dem Bus zum Zielort ging.

240 Kilometer zu Fuß

Die Tour startete in Fromista und endete in Ponferrada. Von dort sollen im nächsten Jahr die letzten 240 Kilometer bis nach Santiago de Compostela gelaufen werden. „Pilgern ist mehr als Wandern“, sagt die Bergsträßer Dekantsjugendreferentin Ulrike Schwahn, die die Gruppe begleitete. „Es geht zum Beispiel um Fragen wie: Was brauche ich zum Leben? Mit wie wenig komme ich aus?“

Die Antwort sei im Grunde einfach: „Man braucht die Kleidung, die man am Körper trägt, und das, was in den Wanderrucksack passt und täglich dutzende Kilometer weit getragen werden kann. Der eine oder andere Luxusgegenstand wie eine Kamera durfte dann aber doch nicht fehlen“, so Schwahn.

Start schon vor Sonnenaufgang

Die Pilgergruppe startete meist vor Sonnenaufgang. Gegen Mittag trudelten dann die ersten in der Albergue, der oft einfachsten Pilgerherberge, ein, bevor am Nachmittag die nächste Etappe besprochen und die nächste Herberge reserviert wurde. In diesem Jahr erstmals dabei war Pfarrerin Anja Schwier-Weinrich von der Nachwuchswerbung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Sie ergänzte die Reise mit geistlichen Impulsen.

„Wo die eigene körperliche Grenze liegt, war die gesamte Zeit über spürbar. Der eine oder andere machte sich dann auch schon einmal für eine Nacht allein auf den Weg und testeten, wie weit die Beine tragen“, so Schwahn. Nach ihren Beobachtungen fühlen sich immer mehr junge Menschen von Pilgerangeboten angesprochen. „Das hat unterschiedliche Gründe: Wir hören und erleben immer wieder, dass viele sich regelrecht danach sehnen, das Handy einfach mal auszuschalten, der eigenen Spiritualität nachzugehen, eine Auszeit zu nehmen und sich mit den eigenen Wünschen und Sehnsüchten zu beschäftigen.“

Dankbar für Zeit und Weg

Nicht nur der Weg, sondern auch die vielen Gespräche regten die Teilnehmer zum Nachdenken an. „Von der gemeinsamen Zeit nehmen wir viel mehr mit als wunde Füße und die Eindrücke der schönen Landschaft. Auch wenn die Blasen an den Füßen immer mehr wurden, waren wir innerlich berührt und dankbar für diese Zeit und diesen Weg“, so Schwahn.

„Wie kann ich nun das, was ich hier über mich erfahren habe, in meinen Alltag mitnehmen?“, lautete die Frage einer Mitreisenden. Für viele stehe bereits fest, dass sie irgendwann auch den Rest des Camino de Santiago laufen werden, schreibt das Evangelische Dekanat. Der nächste Buen Camino findet von 3. bis 14. September statt. Zuvor bietet die Evangelische Jugend von 24. bis 26. April eine „Kleine Auszeit für junge Erwachsene“ in der Bildungsstätte Wirberg an. zg

Info: www.ev-jugend- bergstrasse.com

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