Bergstraße

Corona-Pandemie Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt berichtet von stark rückläufigen Zahlen

Exporte aus Südhessen leiden

Darmstadt/Bergstraße.„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch in der südhessischen Exportwirtschaft angekommen“, stellt Axel Scheer, Teamleiter International der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar fest.

Ein wichtiger Indikator dafür ist die Zahl der ausgestellten Außenhandelsdokumente. „Im April haben wir davon 2779 ausgestellt, das bedeutet ein Minus von 18,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat“, berichtet Scheer.

Bis März „hervorragend“

Insgesamt stellte die IHK in den ersten vier Monaten 13 021 Exportdokumente (im Vergleich Januar bis April 2019: 12 601) aus und verbucht damit trotz des Einbruchs im April ein Plus von 3,3 Prozent. „Bis März lief das Auslandsgeschäft hervorragend, dann kam der Einbruch wegen Corona.“

Südhessen ist traditionell stark exportorientiert. Die Exportquote im verarbeitenden Gewerbe liegt im Kammerbezirk der IHK Darmstadt bei 65 Prozent und damit deutlich über der für Hessen (55 Prozent) und für Deutschland (48 Prozent).

USA, Frankreich, Niederlande, China und Großbritannien sind die wichtigsten Handelspartner für Südhessen. Alles Länder, die stark von der Corona-Pandemie betroffen sind.

Insbesondere bei den sogenannten „Carnets A.T.A.“, mit denen Waren ohne größere Zollformalitäten zeitweilig ausgeführt werden können, verzeichnet die IHK einen deutlichen Rückgang. Wurden im Vorjahresmonat noch 42 dieser Dokumente ausgestellt, waren es im April lediglich sieben. In den ersten vier Monaten 2020 hat die IHK 124 Carnets (2019: 169) ausgestellt. Das bedeutet einen Rückgang um 26,6 Prozent. Dieses Dokument benötigen Unternehmen, wenn sie ihre Waren auf Messen ausstellen oder Servicetechniker ihre Ausrüstungen ins Ausland mitnehmen wollen.

„Der Warentransport funktioniert weiterhin einigermaßen“, sagt IHK-Außenhandelsexperte Scheer. „Deutlich problematischer ist der Personenverkehr. Uns rufen täglich Unternehmen an, die ihre Servicetechniker für Installationen oder Reparaturen ins Ausland senden wollen. Die Unsicherheit ist groß, ob es überhaupt in dem jeweiligen Land erlaubt ist und ob man ohne Probleme auch wieder nach Deutschland zurückkommt, berichtet er. „Die Situation ist von Land zu Land unterschiedlich und kann sich stündlich ändern. Zum Teil sind ärztliche Attests nötig, zum Teil muss die Einreise vorher angemeldet werden. Und in einigen Ländern geht gar nichts.“

Die IHK Darmstadt berät Unternehmen zu allen Fragen rund um die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Scheer empfiehlt außerdem den Kontakt zu den Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) vor Ort, die über den aktuellen Stand bestens informiert sind. „Einfach losfahren kann in die Hose gehen“, warnt er. red

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