Bergstraße

Deutsch-Europäisches Bildungswerk Hessen Auch in diesem Jahr werden wieder drei Auslandsprojekte angeboten / Besonders junge Menschen sind angesprochen

Fahrten nach Lettland, Ungarn und Polen

Bergstraße/Wiesbaden.Auf etwas mehr als eine Million wird die Zahl der deutschstämmigen Menschen geschätzt, die heute noch in Europa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion leben. Ihre Geschichte begann mit der sogenannten „Deutschen Ostsiedlung“ im Mittelalter, gezielten Ansiedlungsprojekten im 18. und 19. Jahrhundert sowie Grenzverschiebungen und Vertreibungen nach den beiden Weltkriegen.

Rund 15 Millionen Deutsche haben zudem infolge von Flucht, Vertreibung und Aussiedlung in der Bundesrepublik eine neue Heimat gefunden. Die Begegnung zwischen diesen beiden Gruppierungen, das friedliche Zusammenleben deutscher Minderheiten mit der Mehrheitsbevölkerung und ihre besondere Kultur zu fördern, ist das Ziel des Deutsch-Europäischen Bildungswerks in Hessen. Vorsitzender ist Bensheims Ehrenbürgermeister Georg Stolle. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es jährliche sogenannte Verständigungsseminare, vorwiegend in der osteuropäischen Region.

Besondere junge Menschen sollen damit angesprochen werden. In diesem Jahr bietet das Bildungswerk drei Verständigungsseminare an. Das erste führt von 14. bis 20. Juli unter dem Motto „Geschichtlicher Erfahrungsaustausch zwischen Letten und Deutschen als Grundlage für die Zusammenarbeit“ nach Riga in Lettland.

Geplant sind zahlreiche Begegnungen mit der lettischen Bevölkerung und den in Lettland verbliebenen Deutschen. Daneben wird das Deutsch-Lettische Zentrum Domus Rigensis, die Jugendorganisation „Jugendbühne“, die deutschen Kulturvereine vor Ort sowie die deutsche Botschaft besucht.

Von der Geschichte zur Gegenwart

Das zweite Auslandsprojekt führt von 22. bis 28. September als deutsch-serbisch-ungarisches Seminar in die Vojvodina und nach Szeged in Ungarn. Das Thema der dritten Reise lautet „Zusammenleben in der Geschichte als Grundlage für das Zusammenleben in der Gegenwart“. Sie führt von 20. bis 26. Oktober nach Polen mit Schwerpunkt in Danzig und der Kaschubei.

Finanziell gefördert wird das Seminarangebot vom Bundesministerium des Innern. Der Haushaltsplan 2019 wurde jetzt von der Jahreshauptversammlung des Bildungswerkes einstimmig genehmigt. Im „Haus der Heimat“ in Wiesbaden begrüßte Vorsitzender Georg Stolle dazu zahlreiche Vertreter aus fast allen elf Landsmannschaften und dem Landesverband Hessen des Bundes der Vertriebenen.

Unter den Gästen waren BdV-Landesvorsitzender Siegbert Ortmann und BdV-Kulturreferentin Rose-Lore Scholz, bisherige Kulturdezernentin der Stadt Wiesbaden. Bei einer Gesprächsrunde mit der Landesbeauftragten für Heimatvertriebe und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, ging es um Projekte und Aktionen zur Einbindung der jungen Generation in das Thema Kulturerbe Osten. Mit der Initiierung einer Projektgruppe ist Scholz an dieser Stelle bereits aktiv geworden. Für Juni geplant ist außerdem die Begegnung einer Wiesbadener Schülergruppe mit polnischen Schülern in Danzig. js

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