Bergstraße

Erneuerbare Energien Viele Anlagen fallen in den kommenden Jahren aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz / Unklare Rechtslage ab dem Jahreswechsel

Freie Wähler für den Erhalt alter Photovoltaik-Anlagen

Archivartikel

Bergstraße.Zum 1. Januar 2021 fallen bundesweit rund 18 000 Photovoltaik-Anlagen aus der 20-jährigen Förderung nach dem Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) heraus. Bis zum Jahr 2025 sind bundesweit rund 195 000 Anlagen davon betroffen.

Im Kreis Bergstraße seien bis dahin immerhin knapp 600 Anlagen mit einer Leistung von 9,2 Megawatt betroffen, schreiben die Bergsträßer Freien Wähler in einer Pressemitteilung. Bis dato habe das zuständige Bundeswirtschaftsministerium nicht einmal einen Referentenentwurf vorgelegt, wie es zum Jahreswechsel mit diesen Anlagen weitergeht. Gemäß derzeitiger Sachlage müssten alle 20 Jahre alte Anlagen, die aus dem EEG-Topf gefördert wurden, am 1. Januar 2021 stillgelegt werden. Denn nach den bisherigen gesetzlichen Regelungen in Deutschland hätten Anlagenbetreiber nach EEG-Förderende keinen Anspruch auf Abnahme und Vergütung des erzeugten Stroms, erklärt Walter Öhlenschläger, Kreisvorsitzender der Freien Wähler, und beruft sich dabei auf Informationen des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme in Freiburg sowie auf den Solarenergie-Förderverein in Aachen.

Die einzigen Möglichkeiten würden darin bestehen, den erzeugten Strom aus Ü20-Anlagen vollständig selbst zu verbrauchen oder direkt zu vermarkten. Beide Lösungen gingen mit erheblichen Zusatzinvestitionen und erhöhten jährlichen Betriebskosten und damit zunehmenden Risiken einher. Für jede Kilowattstunde Solarstrom, die eigengenutzt werden soll, müsse zudem ein Anteil der EEG-Umlage (aktuell 40 Prozent) abgeführt werden. Damit bestehe die Gefahr, so die Freien Wähler, dass voll funktionsfähige und robuste Photovoltaikanlagen frühzeitig abgebaut würden. Eine solche Situation würde den Grundsätzen einer ökologisch nachhaltigen und dringend notwendigen Energiewende im Strombereich und den Vorgaben der EU-Richtlinie 2018/2001 widersprechen.

Für die Freien Wähler stehe fest, dass funktionstüchtige Anlagen „auch nach Ablauf der Förderung ein wichtiger Bestandteil der Energiewende bleiben müssen und der erzeugte Strom unabhängig vom Alter der Anlage vom Netzbetreiber abgenommen werden muss“. Der Fortbestand wirtschaftlich nutzbarer Altanlagen müsse gesichert werden. Anlagenbetreiber und die Energiebranche warteten händeringend auf den Gesetzesentwurf, wie es nach dem Auslaufen der Einspeisevergütung weitergehen könne, bezeihungsweise welche Optionen dann für die Anlagenbetreiber existieren werden.

„Die Freien Wähler fordern, dass die EU-Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien schnellstmöglich in deutsches Recht umgesetzt und damit ein Weiterbetrieb der Anlagen ermöglicht wird. Der netzeingespeiste Strom sollte angemessen – mindestens mit dem Börsenstrompreis – vergütet werden“, so Öhlenschläger abschließend. red

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