Bergstraße

Soziales 18 Jugendliche fahren nach Indien und auf die Philippinen / Am Freitag wurden sie von der Karl-Kübel-Stiftung in Auerbach verabschiedet

Freiwillige ziehen zum Lernen „weltwärts“

Archivartikel

Bergstraße.Es ist wieder soweit: Anfang August beginnt für 18 junge Frauen und Männer ihr Freiwilligendienst in Indien und auf den Philippinen. Im Rahmen des „weltwärts“-Programms bringen sie sich acht Monate lang in Partnerprojekte der Bensheimer Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie ein. Am Freitag verabschiedete die Stiftung ihre Botschafter feierlich im Bürgerhaus Kronepark in Auerbach. Darunter auch einige Jugendliche von der Bergstraße: Lasse Sieberth und Larissa Klapfenberger aus Bensheim, Merlin Müller aus Zwingenberg und Kaja Schmitt aus Seeheim-Jugenheim werden ebenso wie Lena Minich aus Viernheim wertvolle Auslandserfahrungen sammeln.

Dialog auf Augenhöhe

Rund 90 Gäste nahmen bei tropischen Temperaturen an der Entsendefeier teil, bei der auch über die Zielorte und Projekte des Programms informiert wurde. Larissa Klapfenberger etwa wird im indischen Coimbatore bei einem Projekt arbeiten, in dem es um Gesundheit und Hygieneaufklärung für Kinder und Jugendliche geht. „Ich wollte immer schon gern ein Auslandsjahr machen, weil ich sinnvolle Arbeit mit Lernen und dem Kennenlernen anderer Kulturen verbinden möchte“, so die 18-Jährige.

Genau darum geht es der Stiftung bei dem 2008 gestarteten Freiwilligenprogramm der Bundesregierung, an dem sie sich von Anfang an beteiligte: ums barrierefreie Lernen, um interkulturellen Austausch und um einen Dialog auf Augenhöhe mit den Partnerorganisationen im Süden. „Weltwärts trägt dazu bei, Verantwortungsbewusstsein und Kompetenzen zu entwickeln, die notwendig sind, um die dringendsten Zukunftsfragen anzugehen“, sagte Thomas Westermann vom Stiftungsrat mit Blick auf die Globalisierung und das veränderte politische Weltklima.

Zu den Menschen gehen

„Sich selbst als Fremder oder Ausländer zu fühlen, macht sensibel für die Situation von Menschen, die zu uns kommen“, so Westermann, der seine Ansprache mit einem Goethe-Zitat schloss: „Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen. Wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht.“ Neben Indien schickt die Kübel-Stiftung seit 2015 auch Jugendliche auf die Philippinen.

Auch Merlin Müller aus Zwingenberg ist bereits gespannt auf die Reise: „Ich freue mich riesig auf die neue Herausforderung, aber manchmal habe ich auch ein mulmiges Gefühl“, sagte er. Gemeinsam mit Lasse Sieberth aus Bensheim wird er bei der Karuna Social Service Society im Einsatz sein, die eine Schule und ein Internat für behinderte Kinder unterhält. Auch beim Deutsch- und Englischunterricht werden sich die beiden Bergsträßer einbringen.

Damit er und die anderen Freiwilligen für ihren Aufenthalt bestens gewappnet sind, gab es bei der feierlichen Entsendung ein Carepaket mit Vollkornbrot, Tütensuppe und Regenschirm für die deutschen Jugendlichen. Neben den Freiwilligen, die bald in ihre Einsatzländer fliegen, lernten die Gäste in Auerbach auch die indischen Freiwilligen kennen, die derzeit ihren Einsatz an der Bergstraße absolvieren. Sie sind unter anderem bei der Behindertenhilfe Bergstraße in Lorsch und bei der Darmstädter Tafel im Einsatz.

Zusammen mit den Ehemaligen des Jahrgangs 2018/19 hatten sie mit dem „weltwärts“-Team der Stiftung – Kirsten Sames, Teresa Bauriedel und Andrea Riehle – die Feier vorbereitet und mit einem Quiz sowie tänzerischen und musikalischen Einlagen für schöne Überraschungen gesorgt. „Das Programm passt sehr gut in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit der Stiftung“, sagte Kirsten Sames. Auch dem Stiftungsgründer Karl Kübel war es wichtig, jungen Menschen die Lebensrealität in anderen Ländern und Kulturen nahezubringen, um ihnen den Blick für das Wesentliche zu öffnen.

Interkulturelle Brückenbauer

Mit dem aktuellen Jahrgang sind es bereits 187 Freiwillige, die mit der Karl-Kübel-Stiftung „weltwärts“ gehen. Das Team der Stiftung begleitet die jungen Menschen intensiv von der Vorbereitung bis zur Rückkehr und unterstützt sie dabei, sich nach ihrem Einsatz mit entwicklungspolitischen Themen in der Öffentlichkeit zu engagieren. Die Dokumentation ihrer Tätigkeit ist ein wesentlicher Aspekt der persönlichen Reflexion und Verarbeitung. Aus den interkulturellen Brückenbauern werden nach ihrer Rückkehr Multiplikatoren zur Verbreitung des neu gewonnenen Wissens.

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