Bergstraße

Landtagskandidaten Alexander Bauer, CDU-Politiker aus Bürstadt, entspannt sich in seinem grünen Paradies / Krasser Gegensatz zum hektischen Alltag

„Gartenarbeit erdet mich“

Bergstraße.Bevor Alexander Bauer zur großen Heckenschere greift, serviert er erst einmal Kaffee. Und zwar draußen auf der Terrasse, auf den gemütlichen Lounge-Möbeln mit Blick ins grüne Reich mitten im Bürstädter Neubaugebiet Sonneneck. Gartenarbeit gehört zu seinen Hobbys. „Nicht besonders aufregend, aber sehr entspannend“, sagt er und nimmt einen Schluck aus seiner Tasse.

Es sitzt sich gut auf den weichen Polstern, die Sonne wärmt angenehm. „Mein Lieblingsplatz“, sagt Bauer. Wenn er aus seinem kleinen Büro im Wiesbadener Landtag nach Hause kommt, genießt er hier die ruhigeren Momente. Auch wenn die selten sind mit zwei quirligen Kindern. Dazu kommen Rückengymnastik, Taxidienste, Rasenmähen: Seine Aufgabenlisten an den Tagen zuhause sind in der Regel lang, die Abende oft für Fraktionssitzungen in der Heimatstadt reserviert. Oder er spielt Skat mit alten Freunden – ehemaligen Ministranten wie er auch. „Wir treffen uns seit Jahren“, erzählt er – eine nette Runde, weit weg vom hektischen Politiker-Alltag.

Ein bisschen Natur erfahren

Bei der Gartenarbeit kann er ebenfalls abschalten. „Ich mache alles“, stellt er fest. Büsche zurückschneiden, Beete mulchen, Rasen mähen. „Ich bin allerdings nicht besonders pedantisch.“ Bauer zeigt auf die rund 100 Quadratmeter große grüne Fläche. „Den Kampf gegen das Unkraut habe ich aufgegeben“, gesteht er. Tatsächlich bahnt sich überall Wiesenklee den Weg zwischen den Halmen hindurch. Trotzdem sieht es schön aus: Rund um die ordentlich geschnittene Wiese wachsen Büsche und Bäumchen, viel Naschobst wie Johannisbeeren oder Kirschen. Eine kleine Feige hängt voller Früchte. „Der Apfelbaum hat dieses Jahr getragen wie verrückt“, ist Bauer begeistert. Die Kinder sollen einfach zugreifen dürfen. Und auch ein bisschen Natur erfahren, das liegt ihm sehr am Herzen.

Deshalb genießt Bauer es auch so, im ruhigen Sonneneck zu wohnen: Der Wald liegt direkt vor der Haustür, der Spielplatz gleich nebenan. Und es wohnen jede Menge Kinder in der Nachbarschaft, die auch gerne durch seinen Garten flitzen. „Wir haben hier oft Tag der offenen Tür“, erzählt er.

Jetzt aber genug geplaudert, der Kaffee ist getrunken, die Handschule liegen bereit. „Für Anpacker!“ steht drauf, auf der Innenseite sind lauter kleine CDU-Logos aufgedruckt. Der Wahlkampf lässt grüßen. „Über die Gartenarbeit kommt man mit den Leuten unheimlich gut ins Gespräch“, verrät Bauer. Wie geht’s dem Rasen? Was macht man gegen den Buchsbaumzünsler? „Am besten schlägt man seinen Stand auf dem Mulchplatz auf“, sagt er schmunzelnd.

Dort muss er sowieso gleich hin: Wenn er fertig ist mit seiner heutigen Aufgabe, fällt jede Menge Grünschnitt an. Er hat sich vorgenommen, den Maulbeerbaum zurechtzustutzen. „Eigentlich haben wir den als kleines Bäumchen mit hängenden Zweigen gekauft“, berichtet Bauer. Irgendwann sind plötzlich mehrere Meter lange Schlackel senkrecht in den Himmel gewachsen. Und die sind jetzt fällig.

„Fast etwas Medidatives“

Aus der Garage holt der Herr im Garten eine kleine Trittleiter und eine große Heckenschere. Zweig für Zweig ist an der Reihe, einen nach dem anderen reicht Bauer nach unten durch. Schnell türmt sich ein kleiner Berg auf dem Gras. „Ich schneide die Bäume lieber, wenn die Blätter noch dran sind“, erklärt der Hobby-Gärtner. „Sonst habe ich die doppelte Arbeit: Schneiden und Blätter kehren.“ Er grinst. Und macht konzentriert weiter: Schere ansetzen, genau auf die Astbreite einstellen – und ratsch.

„Das hat fast schon etwas Meditatives“, sagt er. Und ist sich sicher: Bald wird er seinen Körper spüren, und das nur zu deutlich. Arme über den Kopf und schneiden, schneiden, schneiden – ein anstrengendes Geschäft. Bewegung hat er in seinem Beruf wenig, wenn er die Zeit findet, macht er seinem Rücken zuliebe Nordic Walking. Das war’s dann auch schon mit den sportlichen Aktivitäten. Später müssen die gut drei Meter langen Äste auch noch passgerecht für den Kombi-Kofferraum zusammengestutzt werden. Dann könnte es tatsächlich Muskelkater geben.

Auch wenn Bekannte ab und zu frotzeln, dass sein Hobby gerade gar nicht so angesagt ist: Für ihn ist es Entspannung pur, sich ganz aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren. Und er ist auch ein bisschen stolz, wenn ein Projekt gelungen ist, alles wieder schön und harmonisch aussieht rund um seinen Lieblingsplatz. „Bei politischen Debatten sieht man eher kein direktes Ergebnis“, sagt Bauer. Und fügt dann hinzu: „Im Garten arbeiten, das erdet mich.“

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