Bergstraße

Karl-Kübel-Preis

Gerald Asamoah hätte ich gerne als Nachbarn

Archivartikel

„Gerald Asamoah hilft herzkranken Kindern“, 22.09.2018

Gleich zu Beginn will ich betonen, es geht mir mit diesem Leserbrief nicht um das Thema „Hochbezahlter Fußballprofi“, sondern allein um das Thema „Gelungene Integration und mediales Interesse“. Zunächst einmal ein Dank an die Karl-Kübel-Stiftung für die Auszeichnung an Gerald Asamoah sowie dem BA für den ausführlichen und wohltuenden Pressebericht.

Botschaft für Menschenwürde

Ich habe den Artikel mit Freude gelesen, war er doch gerade in Zeiten zunehmend negativer Schlagzeilen einmal mehr ein Beitrag gegen jede Form von Rassismus und der damit verbundenen Aggression. Ich verstand ihn in jeder Zeile als eine Botschaft für Menschenwürde, Hilfsbereitschaft sowie für ein friedliches Miteinander. Dieser „enorm sympathische“ Preisträger hat uns einmal mehr gezeigt, wie Demokratie in unserem Land funktionieren kann.

In Zeiten sich ausbreitender Gewalt bis hin zu „Hetzjagden“ gegen Migranten und Flüchtlinge, hat mich der Artikel bereichert und irgendwie auch erleichtert. Die Berichterstattung hat einfach nur gutgetan. Solche Presseberichte wünschte ich mir mehr, vor allem, um insbesondere den Funktionären am rechten Rand der Gesellschaft und vielen fehlgeleiteten Anhängern das verstärkte mediale Interesse zu verweigern, ihnen eben keine ständige Plattform zu bieten und sie damit aus ihrer selbstgewählten Opferrolle zu drängen.

Um Missverständnissen aber vorzubeugen, bleibt richtig und wichtig, mit Maß und Ziel den täglichen Rassismus mit seinen vielen Facetten zu benennen, sich ihm entgegenzustellen, wo immer er latent oder offen auftritt und sich dauerhaft einzubringen und einzumischen.

Vorbildlicher Politikansatz

Das Engagement von Gerald Asamoah, herzkranken Kindern zu helfen, verdient Respekt. Sich gleichzeitig konsequent, offensiv und unverkrampft mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen, mit dem er bei uns übrigens „selbst häufig konfrontiert“ wurde, ist vorbildlicher Politikansatz. Inhaltsleere Parolen und lautstarke Phrasen hingegen bieten keinen gesellschaftlichen Lösungsansatz, sind ausnahmslos kontraproduktiv und auf Dauer gefährlich.

Gerald Asamoh ist für mich ein Werbeträger für gelungene Integration. Solche Gäste verdient unsere Stadt. Gerald Asamoah hätte ich gerne als Nachbarn.

Brigitte Wagenknecht

Bensheim

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