Bergstraße

Energie Photovoltaikanlage auf einem Südhang zwischen Kreidacher Höhe und Siedelsbrunn geplant

GGEW plant Solarstrom für 2000 Haushalte im Odenwald

Archivartikel

Wald-Michelbach.Auf einem Südhang im Gewann „Auf dem Heidenböhl“ zwischen der Kreidacher Höhe und Siedelsbrunn soll eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage entstehen. In einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und Energieausschusses der Gemeinde Wald-Michelbach und des Siedelsbrunner Ortsbeirats, die auch viele Bürger aus dem Ortsteil verfolgten, stellten die Vertreter der Investoren, Florian Grob von der GGEW AG, und Valentin Schulte von der Firma ABO Wind, das Projekt vor.

Bürgermeister Sascha Weber wies einleitend auf mehrere entsprechende Anfragen von Unternehmen in den vergangenen Jahren hin, die vom Gemeindevorstand jedoch abgelehnt worden seien, weil sie nicht ins Landschaftsbild gepasst hätten. In dem vorliegenden Fall habe man aber auch bei einer Ortsbesichtigung festgestellt, dass es durch eine Umsetzung keine größeren Beeinträchtigungen oder optischen Störungen gebe.

Der Gemeindevorstand sei eher dagegen, solche Freiflächen einzurichten, aber da grundsätzlich nichts diesem Vorhaben entgegenstehe und die aktuelle Entwicklung von Wind- zur Solarenergie gehe, sprach er sich für eine grundsätzliche Entscheidung der Gemeindevertretung aus. „Die Gemeinde muss hier eine klare Linie fahren“, sagte er auch im Blick auf weitere entsprechende Anfragen. Die geplante Anlage befinde sich komplett auf privatem Gelände, so dass die Gemeinde eigentlich nicht involviert sei.

Grob und Schulte erläuterten, dass die fünf Hektar große Fläche im Vorranggebiet der Landwirtschaft liege. Durch die Südhanglage sei eine sehr gute Sonneneinstrahlung gegeben, dank der kurzen Zufahrt über die Landesstraße 535 und einen Feldweg würden keine größeren Erschließungsmaßnahmen erforderlich. So sei auch ein Netzanschluss in 700 Metern Entfernung möglich, die Kabel könnten im Bankett des bestehenden Waldwegs verlegt werden. Betroffen seien drei Grundstückseigentümer, die allesamt ihr Einverständnis zu dem Vorhaben gegeben hätten. Die betreffende Fläche sei aufgrund der sie säumenden Gehölzstreifen und Wälder kaum einsehbar, vor allem von den angrenzenden Siedlungsgebieten aus.

Die Firmenvertreter hoben die hohe regionale Wertschöpfung durch dieses Projekt hervor. So seien für die Betriebszeit von 30 Jahren Gewerbesteuereinnahmen von rund 150 000 Euro für die Gemeinde möglich. Auf rund eine Million Euro bezifferten sie den Umsatz bei der Einbindung regionaler Handwerksbetriebe bei der Errichtung sowie auf weitere 30 000 Euro jährlich die Wartung der Anlage und die Grünpflege.

Zudem könnten sich die Bürger direkt beteiligen durch die Nutzung des Ökostroms zu einem günstigeren Preis oder über verzinsliche Darlehen. Rund 2000 Haushalte könnten mit dem dort produzierten Strom versorgt werden. Um sich ein Bild von solch einem Projekt machen zu können, lud Grob die Gemeinde zu einer Besichtigung der Anlage in Heppenheim ein.

Es gab noch etliche Fragen und auch eine kritische Anmerkung hinsichtlich der Umwidmung einer landwirtschaftlich genutzten Fläche, ehe Ausschussvorsitzender Horst Gramlich das Projekt dann erst einmal zur Beratung in die Fraktionen verwies. jün/ü

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