Bergstraße

Glosse Die USA führt die Liste merkwürdiger Straßenverkehrsregelungen an

Gorillas gehören in Minnesota nicht auf die Rückbank

Archivartikel

Wer gerne verreist, der weiß, dass Autofahren nicht gleich Autofahren ist. Oft liegt das weniger an den Fahrern, sondern vielmehr an den geltenden Gesetzen. Manche davon sind sinnvoll, andere überflüssig und wieder andere einfach nur hirnrissig. Der unangefochtene Champion in Sachen kurioser Vorschriften ist, wer hätte das gedacht, die USA. Dort hat man sich nicht nur viel, sondern auch von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlichen Quatsch ausgedacht.

Wie wir alle wissen, sind die „Amis“ sehr tierlieb. Gorillas, findet der Staat Minnesota, gehören jedoch nicht ins Auto – zumindest nicht auf die Rückbank. Denn nur dort sind sie verboten. In Tennessee darf vom Auto aus nicht auf die so heiß geliebten Tiere geschossen werden. Außer auf Wale, das wäre in Ordnung. Wenn Tennessee nur nicht 1000 Kilometer von der Küste entfernt wäre. Außerdem sieht dort das Gesetz vor, dass man während der Fahrt wach sein sollte. Das ist doch nicht selbstverständlich, oder?!

Nebenan, in Alabama, soll man während dem Fahren keine Augenbinde tragen, denn das kann schnell zu einer Strafe führen, wenn die nicht sowieso schon mit dem nächsten entgegenkommenden Auto auf den Fuß gefolgt ist.

In der Heimat des frittierten Hühnchens (Kentucky, für alle, die gesünder leben) wird Frauen am Steuer, die Badebekleidung tragen, angeraten, von einem starken Mann (= Polizist) begleitet zu werden. Ist davon gerade keiner zur Hand, sollte zumindest ein Stock zur Verteidi-gung mitgeführt werden. Unglaublich, wie „Mann“ sich dort anscheinend benimmt.

Völlig sinnlos erscheint auf den ersten Blick folgende Vorschrift: Im Bundesstaat Pennsylvania ist jeder nächtliche Autofahrer verpflichtet, jede Meile eine Leuchtrakete abzufeuern und dann auf den Räumungsdienst zu warten. Anscheinend gibt es dort wirklich noch viel unberührte Wildnis. Außerdem sollen Tiere, insbesondere Pferde, vor einem lebenslangen Autotrauma bewahrt werden, indem jeder Autofahrer sein Fahrzeug vor ihnen versteckt. Ob unter einer Tarndecke oder im nächsten Busch ist dabei völlig egal.

Wer denkt, dieser Quatsch würde es nicht über den Atlantik schaffen, der liegt weit daneben. Denn ein weiterer Staat mit unglaublichen Regeln ist ausgerechnet Deutschlands Nachbar Österreich. Unfassbar, dass es so etwas nicht nur in Trumps Territorium, sondern auch hier, im durch und durch zivilisierten und organisierten Europa gibt.

Im Land der Berge und Brezeln (also Österreich) beschäftigt der Staat Superhelden-Polizisten, die mit ihren unglaublichen Fähigkeiten mit bloßem Auge Tempoüberschreitungen erkennen können. Aber Superhelden kümmern sich nicht um jede Lappalie und wer sie wegen einer ihnen unwürdigen Sache ruft, der muss sogar selbst mit einer Strafe rechnen.

Ein anderes Nachbarland Deutschlands, Dänemark, nimmt große Rücksicht auf schlafende Menschen. Denn es kann ja durchaus passieren, dass man den Motor startet, losfährt und feststellt, dass man eine Person, die unter dem Auto geschlafen hatte, überfahren hat! Um so eine unangenehme Situation zu vermeiden, schreibt das Gesetz vor, vor dem Anfahren jedes Mal einen Blick unter das Auto zu werfen, um mögliche Schläfer rechtzeitig zu warnen.

Nun, jetzt wissen Sie, was es heißt, sehr vorsichtig zu sein. Aber es braucht eben auch Unsinniges, damit das Sinnvolle sich davon abgrenzen kann...

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