Bergstraße

Kriminalität Mann ersticht Frau und stürzt sich selbst zu Tode

Grausame Tat beim Kreiskrankenhaus

Bergstraße.Ein schreckliches Drama hat sich am Mittwochabend im Fachärztezentrum neben dem Kreiskrankenhaus in Heppenheim abgespielt: Ein Mann erstach seine Frau, die dort stationär untergebracht war, und stürzte sich danach aus dem Zimmer im zweiten Obergeschoss in die Tiefe. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen starb der Mann noch an Ort und Stelle.

Bei dem Opfer handelt es sich um eine 55 Jahre alte Frau, der Mann war nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft 60 Jahre alt. Das Motiv und weitere Details sind unklar.

Obduktion angeordnet

Die Kriminalpolizei nahm umgehend die Ermittlungen auf und verwies für weitere Auskünfte an die Staatsanwaltschaft Darmstadt.

Die Staatsanwaltschaft hielt sich gestern jedoch sehr bedeckt. Pressestaatsanwalt Jens Neubauer erläuterte die Haltung seiner Behörde: „Es gibt nach derzeitigem Ermittlungsstand keinerlei Anzeichen dafür, dass irgendeine dritte Person in den Vorgang verwickelt gewesen sein könnte.“ Eine Obduktion werde noch durchgeführt, die Ergebnisse dieser Untersuchung würden aber erst im Laufe der kommenden Woche erwartet, sagte Neubauer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Erweiterer Suizid

Es gebe nach dem Tod des Mannes niemanden, gegen den noch zu ermitteln wäre. Die Staatsanwaltschaft werde keine näheren Angaben zu dem erweiterten Suizid veröffentlichen. Als erweiterten Suizid bezeichnet man gemeinhin einen Selbstmord, dem die Tötung einer oder mehrerer weiterer Menschen vorausgegangen ist.

Unbeantwortet bleiben müssen somit eine ganze Reihe von Fragen rund um die grausame Tat, die sich am Mittwochabend kurz vor 19 Uhr ereignete.

Zallererst gilt dies für die Frage nach dem Warum. Spielte der Gesundheitszustand des Opfers für die Tat eine Rolle? Oder war eine gestörte Beziehung zwischen Opfer und Täter Anlass dafür? Woher kamen die beiden Toten? Die Staatsanwaltschaft will zu diesen Fragen keine Auskunft geben und verweist auf den Persönlichkeitsschutz der Toten.

Auch Vertreter der Investorengruppe Biskupek Scheinert Moog, die Betreiber des Fachärztezentrums ist und in ganz Südhessen nach eigenen Angaben über einen Immobilienbestand mit 220 000 Quadratmetern Mietfläche verfügt, konnten keine näheren Angaben zu den Ereignissen machen – ganz im Gegenteil: „Wir haben erst aus den Medien davon erfahren“, sagte eine Sprecherin.

Die Redaktion dieser Zeitung zieht es im Regelfall vor, nicht über Selbstmordfälle zu berichten. Weil sich dieser erweitere Suizid allerdings komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, das Ereignis zu thematisieren.

Leser, die von Selbsttötungsgedanken betroffen sein sollten, finden bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner – auch anonym. Bundeseinheitliche Nummern 0800 1110 111 oder 0800 1110 222 oder 0800 1110 116123.

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