Bergstraße

Bilanz und Ausblick Kreishandwerkerschaft blickt mit vorsichtigem Optimismus aufs neue Jahr

Handwerk fordert Unterstützung für Friseure

Bergstraße.Dietmar Schott, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergstraße, und Kreishandwerksmeister Jörg Leinekugel blicken vorsichtig optimistisch auf das noch junge Jahr und wünschen sich, „dass 2021 nicht mehr so sehr im Zeichen der Pandemie steht, sondern ab dem Sommer wieder zahlreiche Veranstaltungen stattfinden können und die Betriebe bei den Arbeitsabläufen und dem Personaleinsatz wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren können“. Mit einer Pressemitteilung zum Jahreswechsel bilanziert die Kreishandwerkerschaft das Jahr 2020 und schreibt:

Zweigeteilte Bilanz

„Unsere Gesellschaft schaut auf ein sehr schwieriges Jahr zurück. Die Coronavirus-Pandemie hat allen viel abverlangt – in den Betrieben genauso wie in unseren Familien.“ Die Bilanz des Handwerks falle zweigeteilt aus:

„Auf der einen Seite gibt es die Betriebe, die von Schließungen betroffen sind; für die ist das eine sehr harte Zeit. Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen, die gut durchs Jahr kamen, die zum Teil sogar Auftragszuwächse verzeichneten. Denn viele Privathaushalte investierten das eingesparte Geld vom Urlaub in Küche, Bad, Heizung oder auch in Garten und Terrasse. Hier sehen wir nach wie vor eine hohe Investitionsbereitschaft.“

Für die Betriebe jedoch, die von den Lockdowns betroffen sind, wie beispielsweise die Friseure, benötige man schnelle und unkomplizierte Soforthilfen.

„Ihre Dienstleistungen werden dringend benötigt. Gleichzeitig wünschen wir uns als Handwerksorganisationen auch Kontrollen und Transparenz, ob die Tätigkeitsverbote wirklich eingehalten werden. Wir setzen auf die Wirkung der Impfstoffe und darauf, dass sich viele Menschen impfen lassen.“ Ein weiteres Pandemiejahr verkrafte selbst eine starke Wirtschaft nicht, so Kreishandwerksmeister Jörg Leinekugel.

Weniger Azubis

Ein anderer Aspekt des Corona-Jahres 2020: In den Schulen konnten wegen der Beschränkungen keine Ausbildungsberatungen stattfinden, Ausbildungsmessen und Betriebspraktika fielen aus – „all das machte es 2020 schwer, Betriebe und Azubis zusammenzubringen“. In der Pressemitteilung der Kreishandwerkerschaft heißt es:

„So verzeichneten wir einen deutlichen Rückgang der Zahl der Ausbildungsanfänger. Auch die Anzahl der Ausbildungsbetriebe im Handwerk ging zurück, in Hessen um rund zwölf Prozent. Andererseits erlebten Bauberufe eine hohe Nachfrage.“ Geschäftsführer Dietmar Schott: „Wir müssen den Trend, dass junge Menschen in dieser Situation mehr auf die schulische Ausbildung setzen, in 2021 umkehren. Die Beteiligung am digitalen Berufsinformationstag der Heinrich-Metzendorf-Schule am 10. Februar ist uns daher sehr wichtig.“

Eine Herausforderung für das Handwerk ist auch die zunehmende Digitalisierung. Das Handwerk lebe bekanntermaßen wie kein anderer Wirtschaftszweig in Deutschland von der praktischen Überlieferung von Fertigkeiten. Inzwischen ziehe aber die Digitalisierung auch hier immer mehr in das Arbeitsumfeld ein. Jeder zweite Betrieb wende Computertechnologien an. „Digitale Terminabsprachen, Arbeitsprozesse oder Bestellvorgänge machen die Arbeit effizienter, nicht zu reden von Trackingsystemen in Maschinen, Ausrüstung und Material. Umso wichtiger ist flächendeckendes und leistungsfähiges Internet, um die Vorteile der Digitalisierung überall nutzen zu können“, so Leinekugel.

Präsidentin als Vorbild

Große Hoffnungen setzt die Kreishandwerkerschaft Bergstraße auf die personelle Veränderung an ihrer Spitze aus Bundesebene: Anfang Dezember wurde Susanne Haus zur Handwerkspräsidentin gewählt. „Wir wünschen uns, dass andere Frauen im Handwerk das als Signal ansehen, sich ebenfalls im Ehrenamt zu engagieren. Es gibt so viele hervorragende Handwerkerinnen, die in ihren Betrieben ihre Frau stehen, und das nicht nur in angeblich so typischen Frauenberufen. Wir brauchen ihre Erfahrungen, ihre Stimmen, ihre Sichtweisen und ihre Ideen in den Gremien“, schreiben KHB-Geschäftsführer Dietmar Schott und Kreishandwerksmeister Jörg Leinekugel abschließend. red

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