Bergstraße

Trotz Corona Jetzt um einen Ausbildungsplatz kümmern

Handwerk wirbt um Azubis

Bergstraße.Für rund 70 000 Jugendliche in Hessen stehen in den nächsten Wochen die Schulabschlüsse an. Und damit stellt sich trotz der Corona-Pandemie die Frage, wie es nach der Schule weitergeht. „Die Handwerksbetriebe bieten krisensichere Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Das zeigt sich gerade in der aktuellen Situation“, betont die Kreishandwerkerschaft Bergstraße (KHB) in einer Pressemitteilung.

Im Gegensatz zu anderen Branchen sei das Handwerk bisher – mit Ausnahme von wenigen Zweigen – gut durch die Corona-Zeit gekommen. Kreishandwerksmeister Jörg Leinekugel und Geschäftsführer Dietmar Schott gehen davon aus, dass von den insgesamt rund 10 000 Ausbildungsplätzen im Handwerk noch etwa 5000 zur Verfügung stehen.

Spannende Mischung

„Sicherlich hat die momentan schwierige schulische Situation dazu beigetragen, dass die berufliche Orientierung in diesem Jahr zu kurz gekommen ist“, so Leinekugel. Aber in den nächsten Wochen sollte es für Schüler der Abschlussklassen und deren Eltern verstärkt darum gehen, die beruflichen Perspektiven auszuloten. Da biete das Handwerk ein attraktives Gesamtpaket für junge Leute.

„Wer sich für das Berufsleben eine spannende Mischung aus handwerklichem Geschick und dem Einsatz digitaler Techniken bei attraktiven Verdienstmöglichkeiten wünscht, wer Gelerntes schnell in der Praxis anwenden will, wer sich in einem eher familiären Umfeld wohl fühlt, der ist beim Handwerk genau richtig“, sagt Geschäftsführer Dietmar Schott.

Gehaltsaussichten

Mit Blick auf die Abiturienten weist er darauf hin, dass die Gehaltsaussichten nach der Ausbildungszeit in vielen oder gar den meisten Zweigen mit denen eines Bachelorabschlusses vergleichbar oder sogar besser seien. „Außerdem kann man wohnortnah arbeiten, spart Fahrtkosten und hat mehr Zeit für Hobbys, Familie und Freunde“, so Jörg Leinekugel.

Zurzeit werden rund 25 000 junge Menschen in mehr als 10 000 hessischen Betrieben im dualen System in einem Handwerksberuf ausgebildet. Damit stellt das Handwerk gut ein Viertel aller Ausbildungsplätze im Land. Die sogenannte Ausbildungsquote, die das Verhältnis von Auszubildenden zu Beschäftigten im Handwerk ausdrückt, liegt bei 7,4. So werden Azubis im Betrieb schnell ein essenzieller Teil des Teams.

Karriere im Familienbetrieb

Junge Frauen und Männer, die heute ins Handwerk einsteigen, hätten gute Chancen, durch Fortbildungen und weitere Abschlüsse Karriere im Betrieb zu machen und später einen eingeführten Familienbetrieb zu übernehmen, betont die KHB. Denn in den nächsten zehn Jahren gehen viele Betriebsinhaber in Rente.

Eine Problematik stellen momentan die Corona-bedingt ausgefallenen Praktika in den Handwerksbetrieben dar. Ohne sie können Bewerber in verschiedenen Berufen die Ausbildung nicht antreten. Hierzu sind die Handwerksorganisationen mit dem Land im Kontakt, um gemeinsam Lösungen zu finden.

Das neue Ausbildungsjahr beginnt in der Regel zum 1. August oder zum 1. September. Wer sich für ein Praktikum oder eine Ausbildung im Handwerk interessiert, kann sich direkt an die Betriebe wenden.

Unterstützung bei allen Fragen rund um die Suche nach einem Ausbildungsplatz und den Abschluss eines Ausbildungsvertrags bietet die Kreishandwerkerschaft Bergstraße. Trotz Corona-Maßnahmen sind alle über die ausgewiesenen Kommunikationskanäle ansprechbar. red

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