Bergstraße

Gesundheitsversorgung Der Fachkräftemangel ist auch in der Region spürbar / Kreis und Landesverband wollen Anreize setzen

Hebammen dringend gesucht

Archivartikel

Bergstraße.„Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zählen zu den intensivsten Lebensphasen einer Frau. In dieser Zeit stehen ihr und ihrer Familie vom Anfang der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit eine Hebamme oder ein Entbindungspfleger zur Seite“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt.

„Diese Fachkräfte sind ein unersetzlicher Teil der ambulanten medizinischen Versorgung – die Suche nach einer Hebamme für die Betreuung vor und nach der Geburt gestaltet sich für werdende Eltern jedoch immer schwieriger, denn im Kreis Bergstraße, wie auch im Rest der Republik, stellt der Bedarf an Fachkräftenachwuchs eine zunehmende Herausforderung dar“, heißt es weiter.

Im Dialog Lösungen finden

Um dem Fachkräftemangel in diesem Bereich entgegenzuwirken und gute Lösungen für die Menschen im Kreis zu finden, steht Gesundheitsdezernentin Diana Stolz seit dem vergangenen Jahr in einem intensiven Dialog mit den Bergsträßer Hebammen. Jetzt hat sich Stolz mit den beiden neu gewählten Kreissprecherinnen des Landesverbandes Hessischer Hebammen, Nantke Pappe und Sarah Lynn Wolff, im Landratsamt getroffen.

„Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich mit ihnen zwei sehr engagierte Hebammen gefunden haben, die die wichtige Aufgabe der Kreissprecherinnen übernehmen“, so die Gesundheitsdezernentin. „Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam gute Strategien für die Zukunft und Lösungswege finden werden, mit denen wir den Beruf der Hebamme und des Entbindungspflegers in unserem Landkreis attraktiver gestalten können.“ Während des Gesprächs berichteten die beiden Hebammen von der jüngsten Landes-Delegiertenversammlung.

Zuschuss zur Erstausstattung

Diana Stolz wiederum informierte sie über die Inhalte des Koalitionsvertrages auf Landesebene. Einen Schwerpunkt bildet zum Beispiel das „Zukunftsprogramm Geburtshilfe“, das Eltern durch verschiedene politische Maßnahmen während und nach der Geburt unterstützen soll. Bereits im Frühjahr hat dafür die konstituierende Sitzung des ersten „Runden Tisches Zukunftsprogramm Geburts- und Hebammenhilfe in Hessen“ stattgefunden.

Unabhängig von den Bemühungen des Landes sucht der Kreis selbst proaktiv nach Möglichkeiten, Hebammen und Entbindungspfleger für die Arbeit im Kreis Bergstraße zu begeistern. So unterstützt die Kreisverwaltung Hebammen und Entbindungspfleger, die sich neu im Kreis niederlassen, beispielsweise mit einem Zuschuss zur Erstausstattung.

Nach der Schließung der Geburtsstation im Bensheimer Heilig-Geist-Hospital hatte Stolz die Gründung eines Geburtshauses vorgeschlagen. Die Kreissprecherinnen halten dies für eine gute Idee. Der Kreis begleitet die aktuellen Gespräche eng und unterstützt die Stadt Bensheim bei dem Prozess.

Als nächsten Schritt möchten sich die Bergsträßer Hebammen verschiedene Geburtshäuser anschauen, um die eigenen Planungen und Ideen zu konkretisieren. Gesundheitsdezernentin Diana Stolz sagte zu, auch hier unterstützend tätig zu werden. red

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