Bergstraße

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Helmut Spindler,

Pfarrer in Reisen, wechselt jetzt in den wohlverdienten Ruhestand

Der langjährige Pfarrer der evangelischen Gemeinde Reisen, Helmut Spindler, geht in den Ruhestand. Die Starkenburger Pröpstin Karin Held hat ihn am Sonntag verabschiedet.

Fast 16 Jahre war Helmut Spindler in Birkenau-Reisen tätig. Er hat sich dabei stets als Pfarrer verstanden, der Präsenz zeigt und immer ansprechbar ist. „Seit den 90er Jahren hat sich schleichend etwas verändert. Pfarrbüros sind mitunter zum Service-Betrieb mit festen Öffnungs- und Sprechzeiten geworden. Ich denke, ein Pfarrer sollte auch unabhängig von Sprechzeiten erreichbar sein“, betont der 63-Jährige.

Oase der Stille errichtet

In bester Erinnerung werden ihm nach eigenen Angaben das Engagement der Ehrenamtlichen in den Gemeinden und die Oase der Stille in Reisen bleiben. Sie wurde 2012 errichtet und besteht aus einem Labyrinth mit sieben Umläufen und einer Sitzrunde. Das Labyrinth hat einen Durchmesser von 18 Metern und eine Weglänge von 278 Metern. „Es ist eine Wohltat für die Seele und wird gut angenommen. Immer wieder begeben sich Gemeinde- und Konfirmandengruppen in die Oase.“

Konflikt mit dem Staat wagen

Vor zwei Jahren hatte seine Gemeinde beschlossen, einem Iraner Kirchenasyl zu gewähren, das letztlich erfolgreich beendet wurde. „Wir haben im Kirchenvorstand zuvor intensiv diskutiert, was Christ sein auszeichnet und ob Christen auch den Konflikt mit dem Staat wagen können. Daraufhin hatten wir uns einhellig für das Kirchenasyl ausgesprochen. Eine solche Diskussion wünsche ich jedem Kirchenvorstand“, so Pfarrer Spindler.

Die Reisener Kirche hat sich in seiner Dienstzeit immer wieder in ein Theater verwandelt. Der Organist, Prädikant und Leiter des Cherubs-Theater Helmut Kadel führt seine Stücke grundsätzlich zuerst in der evangelischen Kirche Reisen auf.

Musical-Projekt initiiert

Bevor er Pfarrer in Reisen wurde, war Helmut Spindler von 1984 bis 1994 in Freiensteinau im Dekanat Vogelsberg und danach bis 2002 in Lengfeld im Dekanat Vorderer Odenwald tätig. Dort initiierte er mit Jugendlichen ein Musical-Projekt, das das bis heute fortbesteht und das beim Kirchentag in Stuttgart sowie bei der Expo in Hannover Auftritte hatte. An der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau schätzt der Pfarrer die Offenheit. „Ich wurde nicht eingeengt und konnte meinen Dienst immer frei gestalten.“

Rückkehr in die Pfalz

Ursprünglich kommt Helmut Spindler aus der Evangelischen Kirche der Pfalz. Dorthin zieht es ihn in seinem neuen Lebensabschnitt zurück. Er will sich in seinem Geburtsort Neuhofen niederlassen, aber sich nicht einfach zur Ruhe setzen.

Als Tai-Chi-Lehrer engagieren

An der Volkshochschule will er als Tai-Chi-Lehrer tätig werden. Das ist eine aus einer alten chinesischen Kampfkunst abgeleiteten Bewegungskunst, bei der der Geist den Körper führt. „Für mich ist Tai Chi Meditation in Bewegung, die der Entspannung und der Gesundheit dient“, erklärt der scheidende Pfarrer.

Pröpstin Karin Held hat Helmut Spindler am vergangenen Sonntag von seinem Dienst entpflichtet. red/BILD: Biewendt

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