Bergstraße

Bildungsstudie

Hessen auf dem fünften Platz

15 Prozent der hessischen Viertklässler sind in Mathematik schwach

In hessischen Grundschulen können die Mädchen besser lesen, zuhören und sind auch in Rechtschreibung den Jungen voraus. Die allerdings liegen im Fach Mathematik (Zahlen, Raum und Formen, Muster und Strukturen, Größen, Messen) vorne. Das zeigt die Studie "Bildungstrend 2016" über die Leistungen von Viertklässlern, welche die Kultusministerkonferenz gestern in Berlin vorstellte.

90 Schulen aus Hessen haben im Mai und Juni vergangenen Jahres an den halbtägigen Tests teilgenommen, die das Institut für Qualitätssicherung im Bildungswesen (IQB) durchführte.

Niveau seit 2011 gehalten

Insgesamt liegt Hessen im Vergleich der Bundesländer an fünfter Stelle hinter Bayern, dem Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein. Im Vergleich zum Jahr 2011 haben die hessischen Schüler ihr Niveau in Mathe gehalten. Im Deutschlandvergleich liegen sie in dem Fach über alle Kriterien hinweg im Mittelfeld der 17 Bundesländer, knapp über dem Durchschnitt, hinter Baden-Württemberg. Die besten Rechenkünstler sitzen in bayerischen und sächsischen Klassenzimmern.

Unterdurchschnittlich schneiden die hessischen Viertklässler bei den Mindestanforderungen ab. Knapp 15 Prozent erreichen nicht die vorgegebenen Mathe-Mindeststandards. Rund zwei Drittel schaffen den Regelstandard und 13 Prozent den Optimalstandard. Das reicht nur zu Platz neun in der Rangliste. Hier hat sich seit der letzten Studie im Jahr 2011 nichts verändert.

Stark in Rechtschreibung

Besser schneiden die Grundschüler in hessischen Klassenzimmern im Fach Deutsch ab: Platz vier beim Lesen und Zuhören in der Deutschlandrangliste hinter Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein. Eine Stärke der jungen Hessen: Rechtschreibung. Hier wird bundesweit der dritte Platz erzielt - hinter Bayern und dem Saarland. Im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2011 haben sich die Kinder im Land sogar leicht verbessert.

Beim Lesen erreicht allerdings jeder zehnte nicht die Mindestanforderungen, 70 Prozent schaffen den Regel- und zehn Prozent den Optimalstandard. Trotz des bundesweit guten dritten Platzes erreicht jeder fünfte hessische Viertklässler nicht das Mindestniveau, etwas mehr als die Hälfte schafft den Regelstandard und jeder elfte den Optimalstandard.

Hohe Migrantenquote

Während in Deutschland der Anteil der Viertklässler mit Migrationshintergrund auf rund 34 Prozent gestiegen ist, liegt er in Hessen bei 42 Prozent. Das ist rund ein Drittel mehr als 2011. "Wirft man einen Blick auf die hessischen Ergebnisse des Bildungstrends, so zeigt sich, dass sich unser Schulsystem in diesen herausfordernden Zeiten als robust erwiesen hat", sagte Kultusminister Alexander Lorz zu der Studie. Er will die die Sprachförderung in den Grundschulen konsequent fortsetzen. mir

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