Bergstraße

Bergsträßer Bürgerpreis 2017 In der Kategorie U 25 haben der Bergsträßer Anzeiger und die Sparkasse Bensheim die Jugendfeuerwehr Reichenbach ausgezeichnet

Hier ziehen alle an einem Strang

Bergstraße/Reichenbach.Allzu große Hoffnungen hatten sich Daniel Noller und Mirko Cieslak von der Jugendfeuerwehr Reichenbach nicht gemacht, in der Kategorie U 25 zum Sieger des Bergsträßer Bürgerpreises 2017 gekürt zu werden. Schließlich war es bereits ihre zweite Bewerbung in Folge. Dass es dieses Mal klappen sollte und die Jury von Bergsträßer Anzeiger und Sparkasse Bensheim die Ehrenamtlichen aus dem Lautertal aufs Siegerpodest hob haute die beiden schlicht vom Hocker.

„Das kam total unerwartet. Dafür war die Freude umso größer und es sind sogar ein paar Tränchen geflossen“, erinnern sich die Jugendwarte der Freiwilligen Feuerwehr Reichenbach an die feierliche Preisverleihung im Dezember. Auch das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro von der Sparkasse kann die Jugendwehr gut brauchen: „Wir haben es gleich gut angelegt“, versichern sie übereinstimmend und ein bisschen stolz.

Frischzellenkur fürs Domizil

Und tatsächlich ist es nicht zu übersehen: Dem zuvor arg unansehnlichen und provisorisch eingerichteten Raum der Feuerwehrjugend haben zahlreiche helfende Hände einen hellen Anstrich verpasst, der Fußboden wurde erneuert, Regale und ein Beamer wurden angeschafft und ein überdimensionales Feuerwehrmann-Tattoo auf die Wand gesprüht.

„Das Geld ist wirklich perfekt investiert. Jetzt fühlen sich hier alle wohl“, freuen sich Noller und sein Stellvertreter über die längst fällige Frischzellenkur für das Jugenddomizil. Die restlichen Euro werden in Ausflüge und Aktivitäten investiert. Eine super Idee!

In der Bevölkerung besteht kein Zweifel darüber, wie wichtig, ja überlebenswichtig die Freiwilligen Feuerwehren sind. Sie sind nicht nur dann zur Stelle, wenn es brennt, sondern leisten auch bei vielen anderen Gelegenheiten Hilfe als Retter in der Not. Und ohne Nachwuchs, der langsam, aber sorgfältig an die ehrenamtliche Arbeit herangeführt wird und lernt, Verantwortung zu übernehmen, müssten die Aktiven bald die Segel streichen und ihre Ehrenamtsarbeit zum Gemeinwohl einstellen. Man mag sich nicht ausmalen, was dann passiert.

Damit genau das nicht geschieht, wird bei der Reichenbacher Feuerwehr – wie bei den allermeisten Wehren im Kreis – seit jeher eine sehr engagierte Jugendarbeit betrieben. „Die Zukunft der Feuerwehren hängt von der Jugend ab. Sie sind die Retter von morgen“, unterstreichen die Betreuer. In Reichenbach gibt es übrigens seit 51 Jahren einen organisierten Nachwuchs. Im vergangenen Jahr wurde Jubiläum gefeiert.

Leidenschaft und Idealismus

Dass es trotz Schulstress und einem immensen Angebot an unterschiedlichen Freizeitangeboten so gut bei den zehn bis 17 Jahre alten Jungen und Mädchen in Reichenbach läuft, ist mit ein Verdienst des Duos Noller und Cieslak („Es steckt viel Herzblut drin“). Die begeisterten Hauptfeuerwehrmänner kennen sich nicht nur von Jugendbeinen an und sind eng befreundet, sie ziehen zudem an einem Strang und setzen sich mit großer Leidenschaft und Idealismus für die ihnen anvertrauten Jugendlichen ein.

Derzeit sind es fünf Mädchen und acht Jungen, die regelmäßig die montägliche Gruppenstunde zwischen 18 und 19.30 Uhr besuchen – „Bei einer Anwesenheitsquote von 100 Prozent“, wie die Betreuer stolz berichten. Drei Nachwuchskräfte werden demnächst nach Erreichen der Altersgrenze in die Einsatzabteilung wechseln, vier neue Mitglieder stehen in den Startlöchern.

In den Wintermonaten bleibt dem Nachwuchs ausreichend Zeit für die Theorie und die feuerwehrtechnische Ausbildung. Das bedeutet unter anderem, Dienstvorschriften zu pauken und zu üben, wie man Knoten knüpft, Sicherheits- und Arbeitsleinen befestigt und Leitern sicher anstellt.

Teamgeist ist das Wichtigste

Sobald es wärmer ist, geht’s nach draußen. Neben Spiel und Spaß steht dann auch das Training von realen Einsatzszenarien auf dem Programm. An praktischen Beispielen wird gelernt, wie eine Pumpe funktioniert, wie man Schläuche ausrollt und einen Löschangriff aufbaut. Außerdem werden die Wasserentnahme am offenen Gewässer und die schnelle und sichere Personenrettung im Felsenmeer geübt. „Das Wichtigste aber sind Teamgeist, gegenseitiges Vertrauen, Kameradschaft und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“, stellen Noller und Cieslak klar und fügen hinzu: „Wir sind eine coole Truppe und halten alle zusammen.“

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