Bergstraße

Hilfe vom Staat, wenn Unterhalt ausbleibt

1530 Bergsträßer Kinder erhalten Unterhaltsvorschussleistungen

Seit der Reform und Ausweitung des Unterhaltsvorschusses ist die Zahl der staatlich unterstützten Kinder auch im Kreis Bergstraße stark gestiegen. Dies teilte der Kreisausschuss des Kreises Bergstraße der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen und Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht (SPD) auf ihre Anfrage schriftlich mit. Danach bezogen zum Stichtag 30. Juni vergangenen Jahres 803 Kinder Unterhaltsvorschussleistungen. Am 1. August dieses Jahres erhielten 1530 Kinder Unterhaltsvorschussleistungen – also fast doppelt so viele.

„Wichtige Lücke geschlossen“

Lambrecht begrüßte diese Entwicklung, da aus ihrer Sicht eine wichtige Lücke geschlossen worden ist. „Alleinerziehend zu sein, ist für die Betroffenen alltäglich eine große Herausforderung. Sofern dann auch noch finanzielle Sorgen wegen ausbleibenden Unterhaltszahlungen hinzukommen, ist die Situation für viele äußerst schwierig. Wir wollen nicht, dass Kinder darunter leiden. Deshalb haben wir im letzten Jahr den staatlichen Unterhaltsvorschuss reformiert.“

Der Anspruch gilt nun bis zur Volljährigkeit und ist nicht mehr auf sechs Jahre begrenzt. „Die Ausweitung des Unterhaltsausschusses ist ein wichtiger Schritt gewesen, für den die SPD gekämpft hat. Für viele Alleinerziehende ist das eine echte Unterstützung, die sie monatlich ganz deutlich spüren“, sagte Lambrecht und fügte hinzu: „Es handelt sich aber nur um eine Vorschussleistung. Das Geld wird von den unterhaltspflichtigen Personen zurückgefordert und bei Bedarf vom Staat auch eingeklagt.“

Ohne zeitliche Begrenzung

Alleinerziehende Mütter und Väter erhalten die staatliche Finanzhilfe, wenn das andere Elternteil seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt. Vor der Reform bestand dieser Anspruch aber nur für Kinder bis zwölf Jahren und für maximal 72 Monate. Seit dem 1. Juli vergangenen Jahres fließt das Geld hingegen bis zum 18. Geburtstag des Kindes und ohne zeitliche Begrenzung.

Nach Zahlen des Bundesfamilienministeriums bekamen vor der Reform bundesweit etwa 414 000 Kinder den Zuschuss, bis Ende März dieses Jahres stieg die Zahl auf 713 514 - fast 300 000 mehr als bisher. red

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