Bergstraße

Vorschau Wegen der Pandemie ist noch weitgehend offen, was die kommenden Monate den Heppenheimern bescheren / Trotzdem gibt es bereits einige feste Termine in 2021

Hoffen auf Weinmarkt, Kerwe und Fastnacht

Archivartikel

Heppenheim.Der wichtigste Termin 2021 für die Heppenheimer ist in keinem Kalender vermerkt: Das wird der Tag sein, an dem alle wieder unbeschwert in Cafés und Restaurants sitzen, Einkaufsbummel absolvieren und soziale Kontakte ohne Angst vor einer Infektion pflegen können. Wann das sein wird, bleibt abzuwarten. Aber es gibt ja andere Termine, es gibt Projekte, die im neuen Jahr aufgenommen oder fortgeführt werden, und es gibt die Hoffnung, wieder Weinmarkt, Kerwe, Fastnacht feiern zu können, so wie man es bis zum Ausbruch der Coronapandemie gewohnt war.

Unverrückbar steht bislang aber wohl nur ein Termin: der 14. März. An diesem Sonntag werden die Kreisstädter unter anderem über die Zusammensetzung ihres Parlaments für die kommenden fünf Jahre entscheiden.

37 Mandate sind zu vergeben, hinzu kommen acht Sitze im Magistrat (dem außerdem der Bürgermeister und die Erste Stadträtin angehören) sowie weitere Mandate in den Stadtteilen.

Städtische Kitas im Umbau

CDU, SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler, WG LIZ und Tierschutzpartei sind gesetzt, bis Montagmittag kamen keine weiteren Parteien oder WGs dazu. Man darf gespannt sein, wer Heppenheim in den nächsten fünf Jahren regiert: Wie derzeit CDU und SPD in einer großen Koalition? Oder wird es ein neues Bündnis geben?

Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) ist direkt gewählt, er müsste sich erst 2023 erneut zur Wahl stellen und dürfte gute Chancen auf eine dritte Amtszeit haben.

Auch Christine Benders (SPD) Amtszeit als Erste Stadträtin endet 2023, sie braucht für eine Wiederwahl eine Mehrheit im Stadtparlament. Würde sich die angesichts neuer Bündnisse nicht abzeichnen, könnte sie zur Direktwahl antreten: Aus einer solchen Situation heraus hatte der damalige Erste Stadtrat Gerhard Herbert (SPD) 2005 Ulrich Obermayr (CDU) abgelöst, der 18 Jahre lang Bürgermeister Heppenheims war.

Weniger Anlass zu Spekulationen bietet der Doppelhaushalt, der nach 2020 auch 2021 einbezieht und die Finanzierung einiger öffentlicher Großprojekte wie den planmäßig voranschreitenden Neubau der Nibelungensporthalle (über 7 Millionen Euro) oder den Ausbau des Amtshofes zum Kulturzentrum (gut 1,7 Millionen Euro) sichert.

Auch der Umbau städtischer Kindertagesstätten wird 2021 fortgesetzt, hierfür stehen insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der Neubau der Kita Hirschhorner Straße, noch einmal 3,3 Millionen Euro, ist weit fortgeschritten und dürfte in absehbarer Zeit beendet sein.

Von Flohmarkt bis Autoschau

Geld gibt es aber in diesem Jahr auch noch für die Erschließung des Neubaugebietes Alte Kaute (Gesamtkosten 1,9 Millionen Euro) oder die Umgestaltung des Parkhofs (Gesamtkosten 1,8 Millionen).

In einem Interview mit dieser Zeitung in der Weihnachtsausgabe kündigten Burelbach und Bender darüber hinaus an, dass man sich 2021 noch mit der Machbarkeit zweier neuer Kitas am Jochimsee und in Erbach sowie dem Starkenburgweg befassen werde, dessen Wasserleitungen ausgetauscht werden müssen.

Wobei man dann auch noch die Pflasterung angehen könnte – „ein größeres Projekt“, wie Bender sagte, das aber wohl kaum noch in diesem Jahr angegangen wird.

So sicher der Haushalt steht, dem Ende des Jahres ein weiterer Doppelhaushalt folgen könnte, so unsicher sieht es für das öffentliche Leben der Kreisstadt auch nach dem Lockdown aus: Angesichts der sich über Monate hinziehenden Impfungen könnte man am ehesten noch hoffen, dass ab dem 11. November wenigstens die Narren zum Zug kommen. Aber was wird aus der Autoschau Ende März, die 2020 gleich zweimal abgesagt werden musste, nachdem auch der Ersatztermin im Oktober ausfiel? Was wird aus Weinmarkt (25. Juni bis 4. Juli), Gassensensationen (7. bis 10. Juli) oder Stadtkerwe (30. Juli bis 2. August), wie sieht es für die beliebten Flohmärkte am Graben in Mai und September aus?

Fast auf Null gefahren wurde die Kultur, und das wird sicher auch zunächst so bleiben. Zu leiden hat die Kulturgemeinschaft mit ihren 36 Vereinen und 3000 Mitgliedern, zu leiden hat Forum Kultur mit rund 300 Mitgliedern, die auch für 2021 ein ambitioniertes Programm geschmiedet und auf ihrer Homepage veröffentlicht haben. Und dass die traditionsreichen Festspiele im Amtshof 2021 wegen der anstehenden Umbauten ohnehin ausgefallen wären: für die Heppenheimer ein wohl eher schwacher Trost.

Das zumindest steht fest: Nachdem die Heppenheimer Festspiele im Kurmainzer Amtshof 2020 wegen Corona abgesagt werden mussten, müssen Kulturfreunde auch 2021 auf die Aufführungen in der Altstadt verzichten. Der Amtshof soll 2021 umfangreich saniert werden. jr

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