Bergstraße

Natur Kreis Bergstraße und Naturschutz-Akademie Hessen veranstalten Seminar zu Umgang und Umsiedlung der Insekten

Hornissen – Gefahr oder harmloser Gefährte?

Archivartikel

Bergstraße.Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Bergstraße und die Naturschutz-Akademie Hessen hatten kürzlich zu einem Seminar zum richtigen Umgang mit Hornissen und zur Umsiedlung dieser Tiere eingeladen. Der Einladung folgten rund 25 Personen.

Knapp die Hälfte der Teilnehmenden stammten aus dem Kreis Bergstraße, besonders aus den örtlichen Imkervereinen. Die übrigen Schulungsteilnehmenden kamen aus ganz Hessen und hatten teilweise weite Anreisen auf sich genommen, um bei dem Seminar dabei sein zu können. Die ganztägige Schulungsveranstaltung fand im Heppenheimer Marstall statt und wurde vom Biologen und versierten Fachmann Björn Kleinlogel aus Darmstadt abgehalten.

Ziel des Seminars war es, die für eine fachgerechte Beratung und eventuelle Umsiedlung von staatenbildenden Insekten notwendigen theoretischen und praktischen Grundkenntnisse zu vermitteln. Denn: Immer wieder siedeln sich Hornissen und auch Wespen in unmittelbarer Nähe zum Menschen an – zum Beispiel in Gartenhäuschen. Hier kann dann eine Umsiedlung der Tiere notwendig sein. In vielen Fällen lässt sich aber auch ein verträgliches Miteinander regeln.

„Das heutige Seminar ist ein guter Beitrag, um die Biodiversität in unserem Kreis und damit das natürliche Gleichgewicht zwischen den Arten zu stärken“, betonte denn auch der Kreisbeigeordnete Karsten Krug vor Ort. „Ich freue mich insbesondere darüber, dass so viele Imker aus unserem Kreis hier sind“, hob Krug hervor.

Zum Hintergrund: Bereits im März 2019 hatte der Kreisbeigeordnete Karsten Krug, der unter anderem für das Umweltamt zuständig ist, mit den Imkervereinen aus dem Kreis eine Intensivierung der Zusammenarbeit vereinbart, die unter anderem das Ziel verfolgt, die Wiederherstellung beziehungsweise Beibehaltung der Biodiversität im Kreis Bergstraße zu unterstützen.

Nach einer Einführung zum Lebenszyklus der genannten Insekten und zur enormen ökologischen Bedeutung der Tiere für die Natur konnten die Teilnehmer des Seminars die in der Region vorkommenden Wespen- und Hornissenarten anhand von Bestimmungsübungen an Tieren und Nestern näher kennenlernen.

Im weiteren Schulungsverlauf wurde sehr praxisbezogen vermittelt, wie mit typischen Alltagssituationen beim Vorkommen von staatenbildenden Insekten im Wohnumfeld des Menschen umgegangen werden kann. Hierbei wurden auch die rechtlichen Bestimmungen, die sich insbesondere aus dem Kapitel „Artenschutz“ des Bundesnaturschutzgesetzes ergeben, deutlich dargestellt. Anhand von zahlreichen Beispielen erläuterte Kleinlogel die praktischen Umsiedlungsvorgänge und die Voraussetzungen für erfolgversprechende Umsiedlungen. Am Ende eines sehr lehrreichen, spannenden Tages zogen die Teilnehmer ein äußerst positives Resümee. Auch aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde konnte ein sehr gutes Fazit aus der Veranstaltung gezogen werden, denn mehrere Schulungsteilnehmende signalisierten die Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit. So ist beispielsweise der Aufbau eines Netzwerkes „ehrenamtliche Insektenberater im Kreis Bergstraße“ geplant. red

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