Bergstraße

Spende Auktionstag im Kloster Eberbach mit stolzem Ergebnis für Bergsträßer Einrichtung

Hospiz profitiert von Weinversteigerung

Bergstraße.Sandra Scheffler, Leiterin des stationären Hospizes in Bensheim, war erstmals bei einer Weinversteigerung und war sichtlich von der Veranstaltung im Kloster Eberbach beeindruckt. 500 Gäste waren zu dem spannenden Aktionstag gekommen. Der Erlös aus der Auktion eines besonderen Weines zugunsten des Hospizes wurde jetzt in Heppenheim übergeben.

Die Weinversteigerung ist einer der Höhepunkte des Rheingauer Gourmet- und Weinfestivals. Veranstaltungen dieser Art haben eine lange Tradition. Schon 1806 wurden bis nach dem zweiten Weltkrieg im Rheingau Weine im Fass versteigert. Erst später kamen Flaschen „unter den Hammer“.

Für die Weinversteigerung, die noch vor der Corona-Pandemie stattfand, standen 44 Weine von elf Rheingauer VDP-Weingütern an. Darunter Rieslinge, Spät- und Frühburgunder.

Um die Verbundenheit zur Bergstraße hervorzuheben, holte Dieter Greiner, Geschäftsführer des Weingutes Kloster Eberbach, einen „Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Natur“ von 1945 aus seiner Schatzkammer. Dieser wurde für das Hospiz Bergstraße in Bensheim versteigert.

Sommelier-Weltmeister Markus Del Monego MW charakterisierte das Unikat als „bernsteinfarben mit einem Hauch Mahagoni.“ Er bewertetet ihn mit 100 Punkten und urteilte: „Ein perfekter Wein, unglaublich, mit großer Eleganz und einem nahezu jugendlichen Charakter, aufgebaut auf aromatischer Tiefe mit Anklängen balsamischer Gewürze, überreifer Himbeeren, ein Hauch von geräuchertem Bacon und kaltem Rauch, Orangeat im Hintergrund, ebenso ätherische Noten von Kardamom.“

Dieter Greiner fügte hinzu: „Unser Spätburgunder ist ein perfekter Wein aus dem so bedeutenden Jahr 1945. Es mutet wie ein Wunder an, dass zum Kriegsende in einer so entbehrungsreichen Zeit Weine erzeugt wurden, die zu den besten der Welt gehören. Dies zeigt das Potential der Spätburgunder aus dem Höllenberg.“

Für Sandra Scheffler wurde es spannend, als dann Auktionator Michael Prinz zu Salm-Salm den Wein aufrief. „Als 3000 Euro geboten wurde, war ich schon beeindruckt. Und bei 6000 Euro habe ich gedacht, dass jetzt Schluss ist.“

Letztendlich wechselte die Flasche aber erst für den stolzen Betrag von 12 840 Euro den Besitzer. „Dann bin ich sehr glücklich und überaus beeindruckt zurück an die Bergstraße gefahren. Es ist schön, dass uns jemand etwas so Gutes getan hat,“ so Sandra Scheffler.

Das höchste Gebot des Tages überhaupt – stattliche 18 000 Euro – erzielte bei der Weinversteigerung übrigens eine Goldlack Trockenbeerenauslese von 1920 des Weingutes Schloss Johannisberg.

Bei der symbolischen Geldübergabe bei der Domäne Bergstraße der Hessischen Staatsweingüter in Heppenheim an das Hospiz Bergstraße gab es keinen Scheck, sondern eine besonders gestaltete Magnum-Flasche mit einem 2018er trockenen Riesling vom Wiesbadener Neroberg, den Dirk Sewe, Leitung Vertrieb und Marketing der Hessischen Staatsweingüter im Kloster Eberbach, und Judith Schoenherr von der Bergsträßer Domäne an Hospizleiterin Scheffler übergaben. df

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