Bergstraße

Kommentar

Italien missbraucht EU-Hilfen

Archivartikel

Bergstraße.Es war fast zu erwarten. Italien nutzt Hilfen aus Brüssel keineswegs, um seine Wettbewerbsfähigkeit auf Vordermann zu bringen, Innovationen hervorzubringen oder Infrastruktur zu reparieren. Nein, im Gegenteil. Der Wettbewerb wird ausgehebelt. Jüngstes Beispiel: Die staatliche Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP), eine Art italienische KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau in Deutschland) ist schon vielfach an Unternehmen beteiligt und ist weiter fleißig aktiv. Zusammen mit der Mehrländer-Börse Euronext übernimmt die CDP nun die Borsa Italiana. Interessenten wie die Deutsche Börse oder die Schweizer Six hatten keine Chance. Kurz zuvor übernahm der Zahlungsdienstleister Nexi das IT-Unternehmen Sia, auch hier war die CDP mit von der Partie. Nationale Champions sollen geschaffen werden, heißt es ganz unverblümt. Daraus werden allerdings auf Dauer Kostgänger des Steuerzahlers, so die Erfahrung. Und was macht Brüssel? Schweigt, schaut weg und tut nichts gegen den Missbrauch von EU-Hilfen.

 
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