Bergstraße

Leben und Werk Die christliche Nächstenliebe gelebt

Karl Kübel: Unternehmer und Stifter

Bergstraße.Die Karl Kübel Stiftung ist den meisten Menschen, auch über die Bergstraße hinaus, ein Begriff. Doch wer ist eigentlich der Mann, dem die Stiftung nicht nur ihren Namen verdankt? Am 6. September 1909 wurde Karl Kübel als achtes Kind einer aufstrebenden Handwerkerfamilie in Duisburg-Laar geboren. Das Gefühl von Geborgenheit in der großen Familie und die christliche Nächstenliebe machte er später zum roten Faden seines Lebens.

Mit Anfang 20 zog es ihn jedoch weg von den rauchenden Schornsteinen des Ruhrpotts: Er entschied sich für eine Lehre in einer Eisenwarenhandlung in Worms. Mit einem Startkapital von 5000 Reichsmark fing er mit 23 Jahren an, Eisenbeschläge in der Garage zu verkaufen. Was klein anfing, entwickelte sich zu einem Imperium: Insgesamt sieben Möbelwerke gründete er. Erschwingliche Massenware wurde dort verkauft – eine Art Ikea des deutschen Wirtschaftswunders. Ende der 1960er Jahre bezog seine 3-K-Holding ihr Verwaltungsgebäude am Berliner Ring, den Komplex, der später zur Karl-Kübel-Schule umgebaut wurde.

„Für Kind und Familie“

1972 bringt Kübel fast sein gesamtes Vermögen, darunter 95 Prozent der 3-K-Aktien, im Wert von etwa 72 Millionen Mark in die „gemeinnützige Fördergesellschaft für Forschung, Erziehung und Weiterbildung“ ein. Diese Fördergesellschaft, später eine Keimzelle der heutigen Karl Kübel Stiftung verkauft 1973 die Aktien des Unternehmens (mit damals rund 4000 Beschäftigten) an die schwedische Zündholzgruppe Swedish Match.

Nach Stationen in Auerbach und Biblis verbrachte Karl Kübel seinen Lebensabend auf der Tromm, bis er am 10. Februar 2006 im Alter von 96 Jahren infolge einer schweren Lungenentzündung in Wald-Michelbach starb. ssr

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