Bergstraße

Jagdklub Bei der Mitgliederversammlung werden das neue Logo und die neue Homepage präsentiert / Bericht des Kreisjagdberaters Rolf Burkhardt

Kein Mitgliederschwund bei den Bergsträßer Jägern

Archivartikel

Bergstraße.Die Bergsträßer Jäger haben sich einen neuen Anstrich verpasst: Bei der Mitgliederversammlung des Jagdklubs Sankt Hubertus Bergstraße in Lauten-Weschnitz sind das neue Vereinslogo und die neue Homepage präsentiert worden. Die „Bergsträßer Jagd“ wirbt dabei mit dem Slogan „Kompetenz in Natur“ besonders für ihr Engagement jenseits von Abschussquoten – sprich: für den Umwelt- und Artenschutz. „Unser Auftrag, natürliche Lebensräume zu schützen, soll dadurch verdeutlicht werden“, sagte Vorsitzender Professor Joachim Kilian.

Sowohl dem Kreisjagdberater Rolf Burkhardt als auch dessen Stellvertreter Peter Noll sprachen die versammelten Jäger einstimmig ihr Vertrauen aus. Der Neubestellung der beiden durch die Untere Jagdbehörde steht demnach nichts im Wege. Kilian bescheinigte dem Duo ein „fachlich hohes Wissen und eine angenehme Unaufgeregtheit.“

Der Bergsträßer Jagdklub hat 675 Mitglieder, wie Geschäftsführer Roland Lulay berichtete. Diese Zahl ist stabil. Damit ist er der zweitgrößte Jägerverein in Hessen und trotzt dem Trend rückläufiger Mitgliederzahlen der Jagdvereine in anderen Landkreisen.

Allerdings gibt es für die Waidmänner auch einiges zu tun, wie aus dem Bericht des Kreisjagdberaters deutlich wurde. Zwar erfüllten die Bergsträßer Jäger mit 112 Prozent insgesamt die behördlich vorgegebene Abschussquote, allerdings lag diese beim Rotwild (beispielsweise Rehe und Hirsche) nur bei 82 Prozent. „Da müssen wir etwas tun“, erklärte Burkhardt mit Blick auf die Verbissschäden im Forst: „Da ist die Toleranz überschritten.“

Auch bei den Wildschweinen („Schwarzwild“) hat sich 2018 die Abschusszahl verringert. Der Kreisjagdberater führt das unter anderem auf die Trockenheit zurück. Dadurch warfen die Bäume früh ihre Früchte ab und die Tiere konnten aufgrund des großen Nahrungsangebotes Vorsicht walten lassen. „Ohne Druck geht da nichts“, erklärte Burkhardt die Sinnhaftigkeit von Treibjagden.

Als ein „Sorgenkind“ bezeichnete er das Niederwild. Gerade noch 135 Tiere betrug die Strecke im vergangenen Jahr bei den Hasen – davon 88 Stück Fallwild, also durch Unfälle oder andere Umstände ums Leben gekommene Tiere. Er bat die Jäger, sich an Zählungen zu beteiligen, um aussagekräftige Zahlen über den tatsächlichen Bestand zu erhalten. Den Rückgang – unter anderem bei den Kaninchen um 10,3 Prozent – brachte er auch mit der langen Schonzeit für Füchse in Verbindung. Bei den Räubern sind die Abschusszahlen ebenfalls rückläufig.

Weniger Unfälle, mehr Verletzte

Kaum besser sieht es beim Federwild aus. Von einem „Trauerspiel“ sprach Burkhardt in Bezug auf die Rebhühner. Dagegen nehmen vor allem die Kanada-Gänse überhand – ein Problem unter anderem für die Landwirtschaft. „Die Jagdzeit für Gänse ist zu kurz“, erklärte der Kreisjagdberater.

Das Rehwild ist in der Hauptsache für die sogenannten Wildunfälle auf den Straßen verantwortlich. „Hier sind wir mit einer Quote von 112 Prozent unserer Verantwortung gerecht geworden“, so Burkhardt. Allerdings gehen nur 81 Prozent der Strecke auf die Bejagung – der Rest der Tiere ist unter anderem Unfällen auf Straßen oder beim Mähen zum Opfer gefallen.

Im Jahr 2018 wurden 509 Verkehrsunfälle mit Wild im Kreis Bergstraße registriert, 2017 waren es 582. Allerdings hat sich die Zahl der Personenschäden erhöht: 2017 waren es fünf, im vergangenen Jahr acht, davon ein Schwerverletzter. „Zu 85 Prozent ist Rehwild beteiligt“, berichtete Burkhard.

Die gefährlichsten Zeiten sind laut Statistik morgens zwischen 5 und 8 Uhr sowie abends zwischen 17 und 22 Uhr, zu den Unfallschwerpunkten zählen unter anderem die Straßen zwischen Wald-Michelbach und der Kreidacher Höhe sowie bei Straßburg im Überwald. Auch auf der B 460 bei der Guldenklinger Höhe und der B 3 zwischen Bensheim und Heppenheim passieren immer wieder Wildunfälle. „Das kann nur eingedämmt werden, wenn die entsprechenden Flächen bejagt werden“, so Burkhardt. Die Versuche mit Reflektoren haben aus seiner Sicht keinen Erfolg gebracht. „Eine Hilfe wären Assistenz-Systeme für Autos, die Wild erkennen und die Geschwindigkeit reduzieren“, blickte er in die Zukunft. arn/ü

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