Bergstraße

Evangelische Kirche Landestreffen Kindergottesdienst in der Stephanusgemeinde in Bensheim mit 170 Teilnehmern

Kinder können im Gottesdienst wichtige Erfahrungen sammeln

Bergstraße.„Kirche ist mit Kindern stark. Kinder sind mit Kirche stark.“ Das sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Kindergottesdienst Eberhard Scholl zum Auftakt des Landestreffens, zu dem die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau nach Bensheim eingeladen hatte.

„Wurzeln wachsen lassen“ lautete das Motto des ganztägigen Treffens in der Stephanusgemeinde, zu der 170 Teilnehmende aus dem gesamten Kirchengebiet gekommen waren. Sie beschäftigten sich in verschiedenen Workshops mit Themen wie Abendmahl mit Kindern, mit Puppenspielen im Kindergottesdienst, mit neuen Gestaltungsmöglichkeiten für das Krippenspiel oder mit den Bedürfnissen geflüchteter Kinder in den evangelischen Kindergruppen.

„Ich bin überzeugt, dass die haupt- und ehrenamtlich Engagierten wichtige Impulse für ihre Tätigkeit in den Kirchengemeinden und Dekanaten mitnehmen“, betonte die Referentin für Kindergottesdienste im Zentrum Verkündigung der EKHN, Pfarrerin Nathalie Ende. Sie würdigte zudem das Evangelische Dekanat Bergstraße als „vorbildlich“, weil es das einzige Dekanat in der EKHN sei, dass mit Katja Folk eine Referentin für Kindergottesdienst beschäftige.

Spielen, Erzählen, Singen

In seinem Impulsreferat betonte der Pastor für Kindergottesdienst der Landeskirche Hannover, Dirk Schliephake, dass Kinder vor allem in ihren ersten zehn Lebensjahren wichtige Beziehungserfahrungen machen könnten. Das geschehe beim Spielen, beim Erzählen, beim Singen und in der Alltagspraxis mit Erwachsenen.

„All diese Erfahrungen sammeln Kinder im Kindergottesdienst. Da lassen wir Wurzeln wachsen.“ Dagegen könnten Wurzeln nicht wachsen, wenn dort Angst oder Konkurrenz herrsche. Er plädierte dafür, den Kindergottesdienst nicht im Handumdrehen vorzubereiten. „Eine gute Vorbereitung braucht mindestens zwei Stunden,“ sagte Pastor Schliephake. Die Mitarbeitenden im Kindergottesdienst seien „Hoffnungsarbeiter“, die sich für die Kinder und ihr Wachstumspotenzial einsetzten.

Beim Auftaktgottesdienst führten Katja Folk, Alex und Lydia Reifarth ein Theaterstück auf, in dem Bauer Klug und Bauer Eilig jeweils ein Feld bestellen. Während Bauer Klug sich über das Wachstum der Pflanzen freut, geht es Bauer Eilig nicht schnell genug, obwohl er Elitekeime, Spezialdünger und eine Bauern-App einsetzt. Um das Wachstum zu befördern, zieht und zuppelt er an den Pflanzen, bis die Wurzeln keinen Kontakt mehr mit Wasser haben und vertrocknen.

„Wir lassen Wurzeln wachsen“

Dieses Bild griff die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, auf und sagte in ihrem Grußwort: „Wir zerren nicht an den Kindern, sondern lassen sie langsam und in Ruhe wachsen und Wurzeln schlagen“. Sie würdigte zudem die Arbeit von Eberhard Scholl, der seit 35 Jahren ehrenamtlich Vorsitzender des Landesverbandes Kindergottesdienst in Hessen und Nassau ist und diesem Gremium seit insgesamt 43 Jahren angehört. Als Zeichen der Anerkennung erhielt er eine Weinpflanze – und damit er nicht so lange warten muss, bis sie Früchte trägt, zwei Flaschen Kirchenwein obendrein.

Dekan Arno Kreh sagte, dass die Arbeit mit Kindern im Bergsträßer Dekanat eine neue Dynamik bekommen habe.

Er erwähnte in diesem Zusammenhang auch das Tauffest am Bensheimer Badesee, zu dem 1300 Besucher gekommen waren. „Neben dem Kindergottesdienst denken wir auch verstärkt darüber nach, neue Gottesdienstkonzepte für Familien mit kleinen Kindern zu entwickeln.“

Neben einem bunten Strauß an Ideen für die Kirche mit Kindern erhielt jedes am Landestreffen beteiligte Dekanat eine Weinpflanze, die vor Ort Wurzeln schlagen soll. red

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