Bergstraße

Gesundheit

Kreis appelliert, Babys zu stillen

Archivartikel

Bergstraße.Übergewicht ist ein Thema, das viele Menschen bewegt. In manchen Bevölkerungsgruppen ist mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig bis hin zur krankhaften Fettsucht (Adipositas). Wer „zu viel“ auf die Waage bringt, weiß, wie schwierig es ist, davon wieder „runterzukommen“. Besser wäre es, wenn es gar nicht erst so weit käme - und zwar von Anfang an. Eigentlich müsste diese Vorbeugung bereits bei der Ernährung der werdenden Mutter in der Schwangerschaft beginnen, jedoch spätestens nach der Geburt.

Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Säuglinge mindestens vier Monate ausschließlich gestillt werden. Dies hat nicht nur für das Kind, sondern auch für die Mutter positive Auswirkungen, da die Rückbildung schneller gelingt sowie die Beziehung von Mutter und Kind gestärkt wird, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt.

Deshalb möchte die Bergsträßer Gesundheitsdezernentin Diana Stolz zusammen mit den „frischgebackenen“ Ernährungsmedizinerinnen Dr. Sabine Güssow, Leiterin des Gesundheitsamtes, und Eva-Maria Renner, kommissarische Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes, die Welt-Stillwoche vom 1. bis zum 7. Oktober nutzen, um auf die Vorteile des Stillens hinzuweisen.

Verhinderung von Übergewicht

„Durch das Stillen werden die Babys optimal mit Energie und Nährstoffen versorgt. Die Entstehung von Übergewicht ist in dieser Lebensphase bei vollgestillten Kindern so gut wie unmöglich“, erklärt Dr. Güssow. „Außerdem wird die Darmflora (die „guten Bakterien“ im Darm, auch Mikrobiom genannt) in bester Weise aufgebaut. Nach neuesten Erkenntnissen hat eine schlechte Zusammensetzung des Mikrobioms großen Einfluss auf die spätere Entwicklung von Übergewicht“, hat Eva-Maria Renner bei der Qualifizierung zur Ernährungsmedizinerin gelernt. Ein Grund mehr, dem Stillen in den ersten Lebensmonaten den Vorzug zu geben.

Fast alle Mütter könnten stillen, so dass werdende Mütter ermutigt werden sollen, das Stillen zumindest auszuprobieren. Bei Startschwierigkeiten stünden die Hebammen vor Ort gerne mit Rat und Tat zur Seite; die meisten Probleme ließen sich mit professioneller Hilfe überwinden. Stillen könne also uneingeschränkt empfohlen werden.

„Darüber hinaus bietet der Landkreis „Säuglingssprechstunden“ an. Das Angebot wird über das Jugendamt koordiniert. zg

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