Bergstraße

Teure Aktion Bergsträßer Betriebe angeschrieben

Kreis warnt vor scheinbar amtlichem Fax

Bergstraße.Derzeit sind Schreiben per Telefax im Umlauf, in denen der Absender „ZGV AG“ aus Berlin Unternehmen auffordert, korrigierte Stammdaten und Kontaktdaten mitzuteilen, damit das „zentrale Gewerbeverzeichnis“ mit den aktuellen Daten der Betriebe veröffentlicht werden könne. Davor warnt der Kreis Bergstraße.

Die Mitteilung der Stammdaten und Kontaktdaten soll angeblich durch das ausgefüllte Formular oder per E-Mail an „daten@zentrales-gewerbeverzeichnis.info“ möglich sein. Es handele sich jedoch weder um die E-Mail-Adresse einer Behörde noch gebe es ein Gewerbezentralregister in Berlin, das alle Gewerbetreibenden aufführt, wird in dem Warnhinweis aus dem Landratsamt betont.

Angebot einer privaten Firma

Stattdessen verberge sich hinter dem Schreiben ein privates kostenpflichtiges Angebot einer Firma, die bei den Empfängern den Eindruck zu erwecken versuche, es gebe ein solches amtliches Register. Für die jährliche Veröffentlichung der Kontaktdaten fordere die „ZGV AG“ eine Zahlung von 780 Euro. In dem Schreiben fehlten wichtige Informationen zu der Firma – wie zum Beispiel die Angabe des Firmensitzes. Eine „ZGV AG“ ist zudem in keinem Handelsregister in Deutschland eingetragen.

In einem tatsächlich bestehenden amtlichen Gewerbezentralregister beim Bundesamt für Justiz in Bonn werden nicht sämtliche Gewerbebetriebe erfasst, sondern nur diejenigen, die aufgrund gewerberechtlicher Verfehlungen – zum Beispiel aufgrund einer strafrechtlichen Verurteilung, Ordnungswidrigkeiten oder eines Erlaubniswiderrufes – von den eintragenden Behörden dort registriert werden.

Dieses reale Gewerbezentralregister gibt Gewerbebehörden Informationen über die Zuverlässigkeit von Gewerbetreibenden. Hierfür ist weder eine Zahlung noch eine Datenübermittlung erforderlich, zudem möchte sich kein Gewerbetreibender dort freiwillig registrieren lassen.

Mit diesem echten Gewerbezentralregister habe das „Trickformular der ZGV AG nichts zu tun“, heißt es in der Mitteilung des Kreises Bergstraße abschließend. red

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